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Die Sache mit dem Pazifismus

Frieden machen lernen   5:                      Die Schizophrenie der Übergangsperiode

Jeder Querdenker, der in einer Vorkriegsperiode oder zu Kriegszeiten, die gerade „weit hinten in der Türkei“ stattfinden, für Abrüstung und ein friedliches Miteinander plädiert, wird gern erst einmal als Gutmensch und Pazifist verspottet oder als Utopiker lächerlich gemacht, und von Demagogen sind dabei die Begriffe durchaus als Schimpfwörter gemeint. Ich merk die Absicht, und ich bin verstimmt.
Daher lehne ich es gewöhnlich ab, mich in eine Ismen-Schublade stecken zu lassen. Auf http://keinschaf.de muss ich das daher auch noch korrigieren, obwohl ich die Bezeichnung Pazifist seit vielen Jahren toleriert habe, aber eigentlich bin ich nur paziphil. Denn ich weiß wirklich nicht, ob ich bei einfacher Gewalt die andere Wange hinhalten und bei bedrohlicher nicht zurückschlagen würde, um mich und meine Sippe zu verteidigen.
Das sind sie eben, die üblichen Schwierigkeiten der Friedliebenden in einer Gesellschaft, in einer Welt, in der Gewalt gang und gäbe ist, die anfangs von der Herrschaft, später von Staats wegen verordnet wurde und wird.
Das geht ja nun schon 10.000 Jahre so und vielleicht sogar noch viel, viel länger, 20mal länger. Keine Wunder, dass die meisten denken, das wird immer so bleiben.

Was aber niemals toleriert werden kann, das sind Waffenhandel und -exporte. Solange Kriegswaffen noch auf der Welt sind, sollte sie der Staat behandeln wie Geldscheine, selbst herstellen und selbst verteilen, wer nachmacht oder verfälscht, wer nachgemachte oder verfälschte in Verkehr bringt … , strenge parlamentarische Kontrolle inklusive. Dazu gehört ein Zeitplan für Abrüstung, mit dem das Friedensgebot der UN-Charta in einem arbeitsplatzverträglichen Modus umgesetzt werden kann. So ein Auftrag ist in vielen nationalen Nachkriegsverfassungen explizit niedergeschrieben, s. < http://www.unfor.info/QP.pdf >, auch im Bonner Grundgesetz von 1949.
30 Jahre, also eine Generation, halte ich in Bezug auf so eine makroökonomische Transformation für angemessen. Das gibt Zeit für Konversion.

Dass die vorhandenen Waffen in dieser Zeit auch noch angewendet werden und sogar nur durch ihr Vorhandensein Schaden anrichten, ist die Schizophrenie der Zeit in Perioden des Umbruchs und Übergangs. Die Friedliebenden müssen sich darauf einstellen können und pragmatisch damit umgehen lernen. Ideologie hilft da kaum weiter. Keinesfalls ist die Schlussfolgerung richtig, den Gebrauch vorher exportierter Waffen durch „Feinde“ dann mit dem Export von Waffen an „Freunde“ zu beantworten. Die hinter einem solchen Vorgehen stehenden Interessen und Absichten sind zu durchsichtig, vor allem, wenn sie mit geballter Medienmacht und volkstümlichen Galionsfiguren in Marketing-Manier umgesetzt werden.

Wer Zukunft konstruieren, modellieren und ausprobieren will, sollte sich darüber im Klaren sein, dass ihm seine alten Verhaltensmuster zum Vorwurf gemacht werden. Aber ohne sie ist das Überleben im alten System schwer, fast unmöglich.
Ausnahmen gibt es, Protagonisten auch. < http://www.futurzwei.org/#532-revital > rto.141010,1013

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