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Projekt F R I E D E N jetzt

Friedenmachen lernen      18:        Strategie (Entwurf)

Mutter Erde ist krank, ihre Krankheit heißt Mensch.
Es ist eine psychische Störung, eine Verhaltensstörung.
Mutter Erde braucht eine Therapie,
eine Verhaltenstherapie, eine Gruppentherapie für
die einzige überlebende Art der Gattung Homo,
weil auch die sonst vom Aussterben bedroht ist.
Das wird teuer. Wer soll das bezahlen?
Wir sollten schon mal anfangen zu sparen – beim Militär!

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Regeln ändern für Arbeit – Geld – Krieg   (EUGEN DREWERMANN 2008)

Die biologische Evolution wird von zwei Grundverhaltensprinzipien moderiert, die in Wechselwirkung miteinander funktionieren:

Kooperation und Konkurrenz.

Bis zum Auftreten des Menschen und der Perfektionierung des Warmblüter-Ge­hirns bei ihm hat sich in Jahrmilliarden Leben auf der Erde immer wieder durch Optimierung eine Balance zwischen diesen beiden Verhaltensweisen hergestellt.
Manchmal sind in diesem Prozess ganze Arten ausgestorben. Aber die Lebewe­sen sind immer komplexer und vielfältiger geworden, haben sich biotopisch resp. ökologisch vernetzt und der Planet Erde, einzig uns bekanntes belebtes Ge­stirn im Universum, wurde immer mehr zum Gesamtlebewesen.
Die beiden Phänomene tragen gemeinsam zu immer effizienterer Nutzung und Verwertung incl. Recycling von natürlichen Ressourcen durch Individuen und Gemeinschaften bei und helfen Lebensprozesse zu optimieren, indem sie bei allen Lebewesen gegen­seitiges Verhalten wechselseitig beeinflussen und ggf. zu Verhaltensänderung als Reaktion auf Umweltveränderungen führen.

Verhaltensmuster sind genetisch und im Generationengedächtnis fixiert, werden sowohl im Genom (wie funktioniert das?) als auch durch Vorbild und Nachahmung geprägt, durch Lernen überliefert.
Wenn infolge von veränderten Umweltbedingungen geänderte Verhaltensmuster über mehrere Generationen konstant praktiziert werden, treten sie als angeboren in Erscheinung, bei Vögeln nach 2 – 3 Generationen. Nach wieviel Generations­wechseln sie endgültig fixiert sind, ist im einzelnen und für alle Arten noch nicht erforscht.

Kooperation als Tätigkeitsphänomen tritt in der Evolution schon sehr früh auf, wird zeitlich überwiegend und andauernd praktiziert. Die Hauptergebnisse dabei sind Arbeitsteilung und Gemeinschaft, beim Menschen dann der bewusste Zu­sammenschluss zu Gesellschaften mit festen sozialen Regeln in Kategorien, von denen einige nur langfristigen Änderungen unterworfen, viele andere aber, induziert durch technologische Innovation in ständigem Fluss sind und von Zeit zu Zeit gewaltsam-revolutionär umgewälzt werden, oft in oder nach Kriegen.

Konkurrenz ist ein Wahrnehmungsphänomen und an Sinnesorgane gebunden, tritt mit dem Lichtsinn schon bei Pflanzen auf, voll ausgeprägt aber erst bei Tie­ren. Dort ist das resultierende Verhalten vorwiegend zeitlich begrenzt mit Maxi­ma in Zeiten der Partnerwahl für die Fortpflanzung. Es gibt eine enge Verbin­dung zu Aggressivität in bestimmten Situationen und Konstellationen.
Die Hauptergebnisse von Konkurrenzverhalten sind Grenzziehung, Verteidigung von Positionen, Kampf zur Erlangung von Vorteilen und Privilegien und nicht zu vergessen: Innovation.
Von der Evolution überlieferte Körpermerkmale (Werkzeuge) und Eigenschaften ändern und optimieren sich meistens über den lang dauernden Prozess der natür­lichen Auslese.

Der Mensch entwickelt erfundene Werkzeuge durch Leistungen seines außergewöhnlichen Gehirns in wesentlich kürzerer Zeit weiter. Techni­sche und technologische Evolution resultieren daraus.

Eine herausragende Bedeutung und schließlich Dominanz entwickelte Konkur­renzverhalten in der humanen Entwicklung schließlich mit der Einführung von Regeln (Gesetzen) für Eigentum. Beginnend mit Territorien analog zu Revieren von Pflanzen- und Tierpopulationen, dann im Zuge der Industrialisierung sich ausdehnend von Grund und Boden auf die meisten anderen Naturressourcen.

Mit der Erfindung von Waren, Handel, Geld, Kredit und Zins wurden vor rund 5000 Jahren, beginnend in den Hochkulturen Mesopotamiens und des angren­zenden Kleinasiens, der Landenge Palästinas (Jericho, Anfänge 9.000v) sowie am Nil, im Indus-Tal und wenig später in Regionen des heutigen China fast zeitgleich und anfangs wohl unabhängig voneinander, die gleichen Verhaltensmuster fixiert, die wir heute noch praktizieren und manchmal in Bezug auf die postneolithische Periode, in der sie geprägt wurden, „Steinzeitverhalten“ nennen.
Von da an lief die gesellschaftliche Entwicklung aus dem Ruder und was Jahr­millionen in natürlicher Balance geblieben war, geriet in wenigen tausend Jahren und beschleunigt durch technisch/technologische „Revolutionen“ in den vergan­genen 250 Jahren – ein Zehnmillionstel auf der Zeittafel der Evolution –, so aus dem Gleichgewicht, dass heute der Planet als System offensichtlich darauf zu reagieren beginnt. Es wird uns Menschen nicht gefallen, was sich da zusammen­braut. Noch schlimmer, eine Menge anderer Arten, vielleicht das gesamte Sys­tem Leben auf der Erde wird davon in Mitleidenschaft gezogen, wenn wir Men­schen die fatale Fehlentwicklung, die wir verursachen, nicht stoppen und um­kehren.

Nach EUGEN DREWERMANN sind gleichzeitige und koordinierte Änderungen auf mehreren Ebenen unerlässlich. Das Drehen an einzelnen Stellschrauben des ge­genwärtigen, im Grunde aber schon Jahrtausende auf unser Verhalten wirkenden Systems Marktwirtschaft, von dem der Finanzkapitalismus nur eine Spezialform darstellt, wird nicht mehr viel helfen. Die Latenzzeiten der in Gang gesetzten und nun ungebremst laufenden Prozesse wären einfach zu lang für eine wirksame Korrektur.

Als erstes müsste die Betrachtungsweise der Evolution geändert und eine alte Erkenntnis verinnerlicht werden: Darwins Maxime „survival of the fittest“ meint doch, die meisten Nachkommen bekommt ein Paar, eine Gemeinschaft, deren Eigenschaften und Verhalten am besten an die natürlichen und gemeinschaftli­chen (sozialen) Bedingungen angepasst ist –,

heißt eben nicht, dass der Stärkere oder Bessere siegt, im Kampf jeder gegen Jedermann.
Leben heißt nicht Kampf, Überlebenskampf – Leben heißt tätig sein.
Leben hat keinen Sinn – es macht ihn.

Die  Einwände der Malthusianer hat die jüngere Geschichte längst widerlegt. In allen Industrieländern ging die Geburtenrate teilweise dramatisch zurück.


Im menschlichen Grundverhalten muss durch geänderte Regeln Konkurrenz wieder auf ein zeitlich quantitatives, aber auch qualitatives Maß reduziert wer­den, das die Integration, die Einordnung der Menschen in das System Leben auf dem Planeten garantiert, die biblische Aufforderung „macht euch die Erde unter­tan“ neutralisiert und die Balance zur Kooperation wiederherstellt.

Als nächstes würde dabei eine global verwaltete Nutzung von Naturressourcen als Produktionsmittel helfen, die kein menschliches und schon gar kein privates Eigentum sein können, nicht zu Waren auf dem Markt gemacht werden dürfen, weil sie die Existenzgrundlage für alles Leben, alle Wesen auf dem Planeten sind, allen und keinem gehören.
Sie sollen damit nicht der Verfügungsgewalt einzelner Nationalstaaten mit ihren allesamt, zumindest in Teilen korrupten Regierungen überlassen bleiben, die sich im Streit darüber nicht einigen können und immer Kriege darum führen werden.
Das Werkzeug dafür könnte ein globales Spezialgeld mit dem Wertanker Arbeit sein, der für die Nationalstaaten und regionalen wirtschaftspolitischen Zusam­menschlüsse je nach regionalen Bedingungen berechnet und vereinbart werden kann.
Damit erledigen sich die chaotischen „Märkte“ von selbst und die gesamte Fi­nanzindustrie erübrigt sich, weil regionale Währungen nach dem Wörgl-Modell als Fließgeld zinslos funktionieren und eine computerbasierte globale Äquiva­lenz-Ökonomie als Bedarfsdeckungswirtschaft mit bedingungslosem Grundein­kommen garantieren. Das wiederum lässt ein riesiges bürokratisches Monstrum von monetären Sozialsystemen und Altersvorsorge, mit Missbrauchspotential so oder so, zu überflüssiger Arbeit werden und setzt ein großes Arbeits-Potential für Erziehung, Bildung, Wissenschaft und Innovationen, für Kultur frei, die die eigentliche Basis einer wahrhaft humanen Gemeinschaft sind, wofür Ökonomie – in Wirklichkeit seit Aristoteles Chrematistik – fälschlicherweise gehalten wird.
Bleiben Krankheitsvorsorge und Risikovorsorge bzgl. Naturkatastrophen und technologischen Pannen (Exempel Atomkraft). Da hat sich das Umlageverfahren als Generationen-Vertrag bestens bewährt und sollte beibehalten bzw. verallgemeinert werden.

Prämisse für den mehrere Generationen in Anspruch nehmenden evolutionären Transformationsprozess (rEVOLUTION) wäre die Abschaffung von Waffen, Militär und Krieg innerhalb einer Generation (3%-Idee). MAHATMA GANDHI: „Frieden ist kein Ziel – Frieden ist der Weg!“

Senioren und Enkel – die Elterngeneration hat dafür weniger gute Voraussetzun­gen, sie ist im Erwerbsleben oder prekären Sozialsystem gefangen, hat den Kopf nicht frei für unkonventionelles Denken, Verhaltensänderung oder für Zukunfts­modelle –, z.B. Sozial- und Geisteswissenschaftler, Praktiker, Unternehmer, In­genieure und Konstrukteure etc. auf der einen Seite, sowie Schüler und Studenten/Aspiranten auf der anderen, soll­ten sich zusammentun und Szenario samt Zeitplan für den Prozess ausarbeiten und in einer www2.0.Zukunftswerkstatt.gl/ optimieren, die Implementation und Umsetzung dann forschend evaluieren und begleiten.

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SOS von „Terra Mare“

Friedenmachen lernen aktuell: Ostermarsch 2015 – Die Uhr tickt.

„Natürliche“ Entwicklungen sind auf der Erde von Zeit zu Zeit bei der Evolution spontan ewig lange in eine falsche Richtung gelaufen. Am Ende stand immer das Aussterben von Arten.
Das geläufigste Beispiel sind die Dinosaurier. Da waren 170 Millionen Jahre Stirb und Werde-Arbeit vergeblich, umsonst. Die Dinos sind nicht mehr da, dumm gelaufen.
Es gibt noch Einzelexemplare, lebende Fossilien, warnende Beispiele.
Andere Forscher meinen, ein paar hätten überlebt, weil sie nicht so groß gewachsen wären und sich zu Vögeln spezialisiert hätten. Sie legen heute noch Eier, erfreuen uns sonntags zum Frühstück und – sie haben uns gezeigt, wie man das Fliegen lernt. Das war gut so. Prima!

Herrschsüchtige Vertreter unserer Art locken und peitschen unser Verhalten als Menschen seit ein paar tausend Jahren in eine falsche Richtung, die unserem wunderbaren Raumschiff „Terra Mare“, zu deutsch „Blauwassererde“, mit dem wir durch das Weltall segeln, gar nicht mehr gut bekommt. Die Hülle wird löchrig und erhitzt sich zu stark, die Wasser werden steigen, ganze Küstenvölker werden sich auf Wanderschaft begeben müssen und ein anderes Zuhause suchen, wie damals die Hebräer in Ägypten. Aber immer noch ist die große Masse Mensch in stillschweigendem Einverständnis dabei und macht mit im alten Trott.

Wenn wir da etwas ändern wollen, werden Spendenaktionen, Charity, Beten oder auch Kampf bis aufs Messer nicht mehr viel helfen.

Wir sollten es einmal gemeinschaftlich mit bewusst geändertem kollektivem Verhalten versuchen, mit Teamarbeit, mit Kooperation unter Anleitung von Wissenden und uns gegenseitig helfen, statt uns ständig Knüppel zwischen die Beine zu werfen oder uns gar die Köpfe damit einzuschlagen.
Das hätte wenig mit Gutmenschentum und viel mit Selbsterhaltung zu tun.
Wenn wir Vielen anfangen, in eine andere Richtung als bisher zu denken, wird uns nach und nach immer mehr dazu einfallen. Wir werden neue Regeln aufstellen, vereinbaren und ausprobieren.

Wir sind doch Menschen, sind Schöpfer, gottgleich.
Der Sage nach soll er uns einstmals nach seinem Bilde geschaffen und dann verboten haben, Bilder von ihm zu machen. Doch vorher hatte er schon gesagt, seid fruchtbar und vermehrt euch, nur der Baum der Erkenntnis stand als Test davor. Seitdem sind wir fast sieben Milliarden Abbilder von ihm geworden.
Offenbar läuft nicht nur in der Evolution manchmal etwas schief, das war schon bei der Schöpfung so. Und wir müssen es wieder ausbaden – oder wir müssen uns ändern. Das wäre ganz gut – ist eine Aufgabe.                                                                                         rto.150405