2014 vor Weihnachten – Haben wir noch Zeit?

http://www.deutschlandfunk.de/themenwoche-ware-welt-oekonomisierung-und-moralischer-wandel.1184.de.html?dram:article_id=301617?xtor=AD-53-%5B%5D-%5B%5D-%5B%5D-%5Bhttp://www.deutschlandfunk.de/themenwoche-ware-welt.2266.de.html%5D-%5B%5D-%5B%5D

Ökonomisierung und moralischer Wandel
Ein Essay von Dominic Akyel

… Der Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung forscht über den Wandel von Märkten und ist Autor mehrerer Publikationen zur Ökonomisierungstheorie. …


Die Debatte um die Ökonomisierung berührt somit elementare Fragen nach den Grundprinzipien unseres sozialen Zusammenlebens. Um sicherzustellen, dass Politik, Wissenschaft und Kultur auch in Zukunft ihre eigentlichen Funktionen erfüllen können, scheint es sinnvoll, den Geltungsbereich der Marktkräfte zu begrenzen. Sonst könnte an die Stelle einer solidarischen Gesellschaft irgendwann ein allumfassender Markt treten, auf dem sich die Menschen nur noch als Vertragspartner in einem Tausch von Gütern und Leistungen begegnen. …

Haben wir etwa eine solidarische Gesellschaft? Habe ich was verpasst?
Der Autor konstatiert einen Zustand, der allenfalls Zielvorstellung einer anstehenden Transformation sein kann. Dieses Ziel ist im Detail noch nicht einmal formuliert. Die Wirklichkeit entspricht doch eher dem, was er befürchtet. Und die Befürchtung ist nicht exakt beschrieben, wenn er Tausch mit Handel verwechselt.

Der letzte Absatz dieses Essays belegt neuerdings wieder einmal die Unreife, ja die Unwissenschaftlichkeit der gegenwärtigen akademischen ökonomischen Lehre (Arno Peters).
Es braucht einen aber nicht zu wundern, der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird ja nicht aus der Nobel-Stiftung, sondern von der Schwedischen Reichsbank bezahlt, die Jury ist dementsprechend.
Da waren Aristoteles und David Ricardo schon mal weiter, zuletzt John Maynard Keynes. Arno Peters hat das 1995 in Palermo auf Einladung des Gramsci-Institutes, der Universität und des Goethe-Institutes überzeugend vorgetragen.
Güter und Leistungen werden ja nicht wertgleich getauscht, es gibt noch keine Vereinbarung über einen absoluten Wertmaßstab für Arbeit, der das möglich machen würde. Produzierte Güter und Dienstleistungen werden profitabel gehandelt, das ist eine völlig andere Welt. Preise sind keine ‚Tauschwerte‘, Preise sind relativ, sind durch Angebot und Nachfrage manipulierbar, weil allen Ökonomiestudenten glauben gemacht wird, Angebot und Nachfrage wären die Ursache für die Preisschwankungen am Markt. Schon Ricardo hatte das widerlegt. Wenn so ein Student dann am Ende Professor wird, bringt er das wiederum seinen Studenten bei und alle glauben an diesen Mythos. Das geht soweit, führte dazu, dass sogar sonst kluge Weltverbesserer heute glauben, sie könnten durch Konsumverzicht dieses System ändern, ein bedingungsloses Grundeinkommen würde bewirken, dass alle von der Marktwirtschaft profitieren und das Drehen an ein paar Stellschrauben, das Ändern von einigen wenigen Geldregeln würde automatisch zum Frieden auf Erden führen. Nicht, dass diese Dinge nicht notwendig wären, aber sie werden allein nicht reichen.

Extrem wirkt sich dieses Problem dann aus, wenn Geld und seine Derivate zu Waren gemacht und auf den „Märkten“, den Finanzmärkten gehandelt werden, zu manipulierten Preisen natürlich, psychologisch manipulierten Kursen. Denn Finanzmärkte meinen Ökonomen und Politiker unisono, wenn sie von „Märkten“ reden. Dort ist das gehandelte Geldvolumen dank IT inzwischen tausend- bis hunderttausend-mal größer, als auf den Handelsplätzen der Realwirtschaft, je nach Tagesform. Und bei jeder Transaktion fällt neu aus sich heraus erzeugtes Geld an, Provision, Honorar etc. pp., Geld wird nicht nur von Zentral- und Notenbanken erzeugt, per Mausklick, gedruckt wird nur noch relativ wenig.

Das Perverse und der Systemfehler der Marktwirtschaft ist, dass mit diesem virtuellen, extrem verfälschten Geld in den kleinen Stückelungen genauso in der Realwirtschaft eingekauft werden kann, wie es die „Harz4er“ mit ihren paar Kröten aus dem Portemonnaie im Discounter tun, um zu überleben.

Wenn die Realwirtschaft quantitativ scheinbar auch nur noch eine Bedeutung von maximal 0,1% hat, was die Möglichkeiten für Bereicherung betrifft (Aristoteles sprach von Chrematistik und stellte sie als verwerflich der Ökonomie gegenüber), so ist ihr Einfluss auf die Lebensverhältnisse, also das Verhalten der Vielen, ungleich größer. Psychologisch interessieren die Preise im Supermarkt Ottilie Normalverbraucher natürlich viel, viel mehr, als die Börsenkurse oder Devisenpreise. Doch jedes hängt mit Jedem zusammen. Der Discounter zahlt seine Lieferanten erst nach Wochen und vermehrt das Geld zwischendurch an der Börse, manchmal geht das schief und er macht Pleite. Das freut den Konkurrenten, die Anwälte und den Insolvenzverwalter.
Finanzmarkt ist ohne produktive Sphäre überhaupt nicht denkbar, auch wenn die Hochglanzprospekte der Banken heute ihre Verführ-Angebote für den Kleinaktionär als „Finanzprodukte“ anpreisen und Finanzdienstleistungen sogar statistisch ins BIP eingehen. Noch nie hat einer jemals dem Geld zusehen können, wie es „gearbeitet“ hat und essen kann man es schon gar nicht.

Andererseits wird in der Realwirtschaft aber genauso spekuliert, wie an den Finanzmärkten, nicht nur weil dort jede Investition, auch der Produktionsprozess samt Rohmaterial und Arbeitskosten ebenfalls durch Kredite vorfinanziert werden, die Zinsen und Rückzahlungen in der Gewinnrechnung bei der Preiskalkulation zu berücksichtigen sind. Nein, jeder Unternehmer, ob klein, mittel oder groß, spekuliert auch darauf, dass sein Produkt beim Handel reüssiert, der Verkauf nicht nur seine Kosten deckt, sondern einen ordentlichen Gewinn abwirft, ihn vielleicht sogar reich macht, und so lässt er erst mal produzieren. In über der Hälfte der Fälle muss diese Spekulation sogar funktionieren, sonst würde kein Unternehmer mehr was unternehmen, unten nehmen können auch nicht. Das Lukrativste ist der Handel mit Unternehmen einschließlich feindlicher Übernahmen und die Spekulation damit an den Aktienmärkten, das kommt gleich nach Krieg, der ist ein Spezialkapitel der Konsumwirtschaft und Ressourcenverschwendung.

Die Märkte waren noch nie moralisch, tausende Jahre lang. 2379v wurde in Sumer (Mesopotamien, heute Irak) ein Gesetz über Höchstzinsen erlassen, 25% für Silbergeld, 33% für Warenkredite. Kreditbriefe daselbst datieren von 2374v, 5 Jahre später. Arm und Reich, Handel gab es lange vorher. Vor tausend Jahren 1024n erfanden Chinesen das Papiergeld, nicht Mephisto in Faust II.

Diese Märkte in eine nicht Angebots- sondern Bedarfsorientierte, an den Grundbedürfnissen ausgerichtete globale Gemeinwesen-Ökonomie zu transformieren – lokal kann nur Pilotprojekt sein, generell geht es nur global – wird entsprechend lange dauern, 100 Jahre sind dafür sehr niedrig angesetzt. Haben wir noch soviel Zeit?
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Notbremse PPF

Friedenmachen lernen   12:         Ehe es 13 schlägt

Netzwerk III soll eine sich selbst generierende, kreative globale Kommunikationsstruktur werden, deren wichtigstes Ziel eine Zivilisation ohne Kriege (Immanuel Kant 1724-1804, Zum ewigen Frieden) und ohne von Menschen gegen Menschen und gegen die Natur gerichtete Gewalt ist.

Gewalt ist kein Naturphänomen, der Begriff Naturgewalt ist unzutreffend. Doch Natur ist auch nicht friedlich, Frieden ist Menschenwerk, muss von Menschen gemacht werden.
Die riesigen Kräfte, die bei Naturerscheinungen auftreten, werden von Menschen angstbesetzt als Gewalt interpretiert und nachahmend für Herrschaftszwecke genutzt, genauso auch die Ernährungsgewohnheiten von Beutegreifern (Sozialdarwinismus). Ein Gegenmittel könnte Vorsorge sein.
Noch ist dieser Umstand nur wenigen Menschen bewusst, die meisten ignorieren immer noch die Tatsache oder können nicht damit umgehen, dass durch die technologische Evolution, insbesondere durch die Entwicklung der Waffentechnik, das menschliche Verhaltensmuster Gewalt uns inzwischen in die Lage versetzt hat, uns und unseresgleichen, vielleicht sogar das Leben insgesamt vom Erdball zu tilgen.

Netzwerk III wird zu einer Art globaler informeller Basisdemokratie, wobei die gewählte Bezeichnung nur nach den heutigen Vorstellungen und Maßstäben zutreffend ist, weil –kratie Herrschaft bedeutet und Herrschaft, sei es auch Demokratie, immer Gewaltherrschaft sein wird (Victor Hugo 1802-1885), mit Machtstrukturen, mit Militär, mit Privilegien in Bezug auf Eigentum und Sozialstatus, mit Organisations- und Erziehungsmethoden wie Belohnung und Strafe, Drill und Gehorsam, wie sie in Zeiten von Krieg, Handel und Piraterie (J. W. von Goethe 1749-1832 in Faust II) notwendig zu sein schienen. Über fünftausend Jahre geschriebene Geschichte zeugen davon (Arno Peters 1916-2003).
Nun aber ist die Zeit gekommen, diesen Zustand zu ändern.

Netzwerk III wird von Menschen geknüpft, die daran arbeiten, Frieden auf Erden zu machen. Es funktioniert nach der Methode ‚einer sagt ´s dreien’, zweien im eigenen, einem im fremden Land.
Das Netz besteht aus Punkten und Knoten, ein Punkt bildet sich
–   Spontan, indem sie/er/Mensch eine Vereinbarung mit drei weiteren Punkten trifft (Netzidee) \ ! /
–   Nach Anfrage durch Vereinbarung mit fünf Nachbarpunkten (Netz schließen) >!<
Ein Netzpunkt = Adresse besteht also anfangs aus einer ankommenden oder entstehenden Information und aus drei Fäden, auf denen die Information weitergeleitet wird. Theoretisch wird damit in 20 Informationsschritten die Hälfte aller heute auf der Erde lebenden Menschen einbezogen (Noosphäre).
Schätzungsweise sollte das beim momentanen Stand der Informationstechnologie in weniger als einer Woche möglich sein, wenn das aufgeworfene Problem global einer dringenden Lösung bedarf.
Schließt sich das Netz, bilden sechs Punkte einen Knoten • < : = : > • (Würfel) und tauschen ihre Adressen aus, damit ist die Informationsrichtung umkehrbar geworden und es ist eine überlappende Informationsstruktur (Würfelhaufen, Seite = gemeinsame Adresse zweier aneinanderliegender Würfel) mit Zentralpunkten dahingehend entstanden, dass bei Ausfall von Punkten der Informationsfluss weiter gewährleistet ist, weil sich das Netz quasi automatisch neu schließen kann, optimal durch Belegen freier Valenzen aus einem zentralen Adressenspeicher (Melderegister, website). Das Prinzip ist Vereinbarung von Kooperation.

Netzwerk III wird, nachdem es sich selbst generiert hat, damit beginnen, Fragen zu stellen, intelligente Fragen. Fragen, die helfen, Lösungen zu finden, wie Gewalt aus dem Zusammenleben von Menschen eliminiert werden kann. Dazu wird es Ideen generieren, die zur Problemlösung beitragen.
Fragen und Ideen von Bedeutung, die jedem einleuchten und fundiert sind, werden Selbstläufer und erreichen so die dementsprechenden Entscheidungsgremien.
Fragen und Ideen ohne Belang versanden im Netz, versinken im Rauschen der Informationsflut.

Netzwerk III wird sein Gesellenstück, seine Reifeprüfung abliefern, wenn der nächste große Krieg droht. Dann wird auf ein spontan im Netz selbst entstehendes Signal hin nach drei Tagen folgendes passieren:
5 vor Zwölf mittags gehen alle Menschen, die nicht wollen, dass der Krieg beginnt, mit einer weißen Fahne zur nächsten Straßenkreuzung und halten für 27 (drei hoch drei) Minuten den Verkehr an, indem sie die Fußgängerübergänge benutzen oder die Strassen unter sonstigen Vorsichtsmaßregeln überqueren. Die Autofahrer im Stau bilden Gassen für Rettungsdienste und Polizei.
Das wird von da an jeden Mittag solange geschehen und mit der Sonne um den Erdball stürmen, bis die verantwortlichen Politiker eine Lösung gefunden haben, den Krieg zu vermeiden und die alarmierten Soldaten wieder in ihre Kasernen eingerückt sind.
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Regeln und Prämissen

Frieden machen lernen      11:                   Frieden ist schwer zu machen

Am Ende finden alle Menschen Frieden, nicht nur solche, die ihn in Gott suchen.Wir landen alle in der Erde, auf dem Gottesacker, auch bei Seebestattungen.
Keiner kann uns dann noch etwas antun, und wenn es jemand tut, spüren wir es nicht. Wir drehn uns als Elementarteilchen im Grabe und lächeln.

Friede auf Erden ist nicht so einfach, weil er nicht selbstverständlich, nicht natürlich für alles Lebendige ist. Der Tod ist allgegenwärtig. Werden und vergehn bedingen sich gegenseitig. Natur ist nicht friedlich.
Wenn Menschen nach Frieden auf Erden streben, müssen sie ihn nicht nur wollen, sie müssen ihn machen, auch wenn es dem Nachbarn nicht gefällt, der sich nicht für böse hält und es eigentlich noch nicht mal ist. Er verhält sich nur so, dass wir ihn böse nennen. Häufig tut er gar nichts, was uns schaden könnte. Er oder es sieht nur so aus, wir befürchten es. Unsere Furcht, unser Vorurteil und zugleich unser Verhalten ist es, was zu Unfrieden führt.
Friedenmachen ist harte Arbeit – an uns, für uns, zu unserem Vorteil und zum Vorteil für alle anderen, nicht nur Menschen.
Alles Lebendige in seiner Gesamtheit ist darauf angewiesen, sonst stirbt es vor der Zeit.

Aber nur wir Menschen haben die Fähigkeiten zu erkennen, wie Frieden geht, zu lernen, wie er gemacht werden kann und wir haben die Mittel, das praktisch zu realisieren.
Wir sind auch in der Lage, unsere Vorstellungen davon kurzfristig zu ändern, wenn sie der nachfolgenden Realität nicht entsprechen. Wir könnten schnell aus Fehlern lernen, tun es oft aber nicht.
Während der Evolution vor der Menschenära war das ein langer, mühseliger Prozess aus Leben und Sterben, ehe die Verhaltensinformation formatiert und in der Datenbank des Genoms fixiert war, um als angeborenes Verhaltensmuster für die Nachkommen verfügbar zu sein.
4 Milliarden Jahre dauerte es nach heutigen begründeten Vorstellungen der Evolutionstheorie. Nur mit zufälliger Mutation im Genom, ohne Kooperation als Verhaltensmuster, hätte es nach jüngsten Berechnungen von Evolutionsforschern noch sehr viel länger gedauert.
Diese Fähigkeit von uns Menschen gibt mir die Hoffnung, dass wir es schaffen könnten, die vielen Hinweise aus Erfahrung wie Frieden zu machen wäre, die es im schriftlichen Nachlass der Menschheit gibt, endlich mit dieser Zielstellung auszuprobieren, zu überprüfen – und das nicht länger mit kriegerischen Mitteln, wie Machtpolitik, Herrschaft und Gewalt.

Ein Schlüssel, den wir probieren sollten, ist Verhaltensänderung durch Änderung von Prämissen und Änderung von Regeln für Verhalten.

Ein Beispiel:
Wir haben Werkzeuge zu Waffen umfunktioniert und sie immer weiter „verbessert“, das Töten effizienter gemacht, weil wir andere, nicht nur Menschen, damit zwingen können, uns zu unserem Nutzen zu Willen zu sein. Oft ist unser Nutzen ein Schaden für die Anderen.
Kriegswaffen, die wir exportieren, weil das Arbeitsplätze hier im Lande schafft, weil das „Wachstum“ vom BIP auch davon abhängt, weil nicht nur Reiche was daran verdienen etc., werden in Kriegen benutzt, in denen auch „unsere“ Soldaten sterben, wenn unsere Regierung und unser Parlament sie dahin schicken.

Doch nicht nur das, Waffen töten auch ohne Krieg, nur durch ihr bloßes Vorhandensein.
Geld, das sie kosten, Geld aus unseren Steuern, welches unsere Regierung dafür ausgibt, weil es unser Parlament so beschlossen hat, fehlt unseren Kindern, fehlt den Kindern in den armen Ländern noch viel mehr, weil deren Regierungen das genau so machen wie unsere. Aber es sind unsere Waffen, die sie kaufen.
Jährlich sterben über 6 Millionen Kinder unter 5 Jahren an Hunger und vermeidbaren Krankheiten weltweit, weil ihren Eltern kein Geld für Nahrung, sauberes Wasser, Hygiene und Medikamente, für Bildung zur Verfügung steht.
http://www.unicef.de/presse/2014/eine-million-neugeborene-sterben-an-ihrem-ersten-lebenstag/56930

Gegenseitiger Vorteil nicht zum Schaden Dritter wäre eine Prämisse. Waffen abschaffen wäre eine Regel, die zum Gesetz erhoben werden kann.
Dazu gehört dann auch, Werkzeuge nur so zu gebrauchen, dass anderen kein Schaden entsteht und Vorteilsnahme durch verbesserte Werkzeuge minimiert wird, weil diese umgehend den anderen zugänglich gemacht werden, gegenseitiger Vorteil eben, Kooperation statt Konkurrenz, Meistbegünstigung generell und nicht nur unter Freihändlern.
Vielleicht würde dann „Fortschritt“ entschleunigt, das wäre nicht schlecht.

Geld ist so ein Werkzeug.
rto.141122

Chamäleon Geld

Frieden machen lernen   10:                         Geld ist Symbol

Geld ist Symbol für einen Rechenvorgang.

  • Geld
    ist eine relative Messlatte für Datumsgeschäfte, die am Ende des Tages schon nicht mehr gilt, weil sie verschoben, manipuliert worden ist. Börsencomputer schaffen das in Mikrosekunden und machen so immer schneller aus Geld mehr Geld.
  • Geld als universell gedachter und gemachter, fälschlich absolut gesetzter Maßstab, sorgt für sämtliches Elend, das für Menschen denkbar ist. Andererseits beruhigt es als Almosen, Spende, Benefiz oder gemeinnützige Stiftung u. ä. Charity-Obligation unser Gewissen ganz außerordentlich.
    Als Hungerlohn, Stütze und andere Sozialleistungen hält es die Massen, nicht nur die Ärmsten, auf den Sofas und Wohnzimmerstühlen vor der Glotze wie den Plebs im alten Rom mit Brot und Spielen auf den Stadionsitzen.
  • Geld macht den Unterschied zwischen Arm und Reich, zwischen Frieden und Krieg.
  • Geld ist Viel, Alles und Nichts zugleich.
  • Geld in Bewegung gesetzt, ist wie Wasser auf dem Berg. Es fließt dahin, wo schon das meiste ist. Die Ursache dafür bei Wasser ist ein Naturgesetz, Gravitation, die Schwerkraft. Bei Geld sorgen menschengemachte Regeln dafür – und auch dafür, dass sofort nicht nur der Eigentümer mit seiner Vermehrung rechnet, sondern auch die Bank, die es verleiht und der Unternehmer, der es investiert. Weitere Leute in der „Wertschöpfungskette“, die netzförmig weiterläuft, beginnen anschließend mit der losgetretenen Lawine zu rechnen, nehmen u. U. weitere Kredite auf. So geschieht es normalerweise, in der Realwirtschaft.
    In der Finanzwirtschaft potenziert sich diese virtuelle Geldvermehrung durch Derivate und Kreditversicherungen, die wiederum zu Derivaten gemacht werden. Sinnigerweise heißen die legalen Mechanismen, die das bewirken, „Hebel“. Sogar Politiker, die meist nicht so genau wissen, wovon sie reden, gebrauchen diesen Begriff.
    IT bringt das Fass zum überlaufen, damit geht einfach alles zu schnell. Der Umsatz im Geldgeschäft übertrifft den in der Realwirtschaft um mehr als das Hundertfache und wächst progressiv, ist kaum noch berechenbar – trotz aller Krisen, vielleicht auch gerade deretwegen.
    Uns Menschen helfen die Computer hoffentlich dabei, die Dinge zu ändern. Endlich könnten Tauschwerte von Arbeitsleistungen für Produkte und Dienstleistungen und für Produkte selbst mit genügender Genauigkeit unter Verwendung von Näherungsformeln mit PCs zeitgleich neben der Tätigkeit berechnet werden. (Cockshott/Cottrell: Alternativen aus dem Rechner, PapyRossa Köln 2006; engl.: 1993 Towards a New Socialism).
    Das konnte Marx noch nicht. Daran krankt seine Arbeitswertlehre. Die hilfsweise Mehrwerttheorie und die Definition des Preises als Tauschwert lösten das Problem nicht wirklich (Arno Peters, ebenda s.u.)
  • Geld mit Zins und Zinseszins ist auf Dauer ein Ding der Unmöglichkeit. Drastisches Beispiel: Der Josefspfennig (http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Price_%28Philosoph%29 (1723–1791). Daher kann Finanzwirtschaft nur mit Inflation und mit Krisen, mit Crashs, Kriegen und Währungs“reformen“ existieren, die die Geldmenge hin und wieder reduzieren, „eindampfen“. Inflation ist auch anderweitig „nützlich“, sie wird bei der Gewinnrechnung http://de.wikipedia.org/wiki/Max_Weber   (1864–1920) antizipiert und „eingepreist“, Preis-Lohn-Spirale wäre der korrekte Terminus, nicht umgekehrt. Lohnsteigerungen werden erst im Nachhinein durch Arbeitskämpfe realisiert. Trotzdem sind Nettolöhne in Deutschland Jahrzehntelang gesunken, ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Volkswirtschaften in der EU seit der Eingemeindung der Konsumenten Ost in den Markt West, seit der Agenda 2010. Wir sind Exportweltmeister.
  • Zuletzt ließ die Inflation zu wünschen übrig. Seitdem pumpt die Wallstreet noch mehr Geld in den globalen Markt, die EU-Finanzgenies, überwiegend bei Goldmann-Sachs ausgebildet wie Mario Draghi, Chef der EZB, machen das Gleiche. Sie brauchen das Geld heute nicht mehr zu drucken, ein Klick im Computer reicht.
  • Der Krieg zwischen $ und € ist voll entbrannt, die Fronten sind nicht leicht auszumachen, von Täuschung, 5. Kolonnen und Spezialkräften, Spionage, Gegenspionage und allen bekannten und unbekannten Tricks charakterisiert, schließlich geht es um gewaltige Summen, heutzutage sind es Billionen, viele tausend mal tausend Millionen. Griechenland war der Feldversuch an einer kleinen Volkswirtschaft, größere werden folgen.
    Der größte Rüstungsdeal aller Zeiten geht gerade in seine Endphase, die $-Supermacht hat bekannt gegeben, dass sie ihr Kriegswaffenarsenal grundlegend renovieren und modernisieren wird, das Freihandelsabkommen TTIP wird es dem Militärisch-industriellen Komplex erlauben, das Geschäft ohne die bisherigen Hemmnisse zeitnah auch auf dem EU-Markt zu etablieren. Meistbegünstigung heißt das Zauberwort, auch die einschlägig Beteiligten in der EU werden daran verdienen, denn was heißt das schon, Nationalstaaten, Europa, Amerika, Asien usw., die Geschäfte laufen global und kennen längst keine Grenzen mehr, die sind nur noch dafür da, noch mehr herauszuholen, in Bezug auf Steuervermeidung z.B. und in anderer Hinsicht. Angst und Schrecken, Kriegsgeschrei und Kriege selbst sind die wirkungsvollste Psychologie um Börsenkurse nach Belieben hoch und runter zu fahren und auf beide Trends wird gewettet. Wer vorher weiß, was passieren wird, macht das größte Geschäft, Edward S. lässt grüßen.
  • Deflation dagegen fürchten die „Märkte“ wie der Teufel das Weihwasser, fallende Preise verhindern „Wachstum“, was übrigens ja auch in Geld gemessen wird, genau wie Arbeitsproduktivität und BIP. Sind die niedrigeren Löhne in Deutschland-Ost eigentlich, wie stets behauptet, zwangsläufige Folge der niedrigeren Arbeitsproduktivität oder ihre Ursache, weil niedrige Löhne auch die Produkte billiger machen? Was in der Folge bedeutet, dass auch weniger Geld in die Formel zur Berechnung der Arbeitsproduktivität eingeht.
    Natürlicherweise müssten bei ständig steigender Arbeitsproduktivität die Preise eigentlich insgesamt unablässig sinken (Arno Peters 1916-2002  https://friedenmachen.files.wordpress.com/2014/11/aequivalenz.pdf ). Dann wären ja auf einmal gar keine Lohnsteigerungen mehr notwendig, der Lebensstandard der Produzenten und Dienstleister würde trotzdem steigen. Aber dann gäbe es auch kein „Wachstum“ mehr? Geld ist ein wundersames Ding.
  • Geld hat einen Mythos. Die Münze, der Schein im Beutel, in der Geldbörse der Ärmsten mit der Zahl darauf, so der Mythos, habe den gleichen Wert wie die Zahl auf dem Wertpapier oder dem Chip an den Börsen und in den Casinos der Reichen, bei vergleichbarer Stückelung. Dieser Mythos wird an jeder Kasse, d. h. an den Opferstöcken, die in den Altären der Krämer, den „Märkten“ integriert sind, mit jeder Rechnung, mit jedem Kassenzettel und jeder Brokerorder quasi religiös immer wieder neu beschworen, als Credo abgegeben und so anerkannt und befestigt.
  • Geld hat aber an sich überhaupt keinen eigenen Wert. Wir zahlen damit lediglich Preise, die überdies noch, meistens zum Schaden von uns Endverbrauchern manipuliert werden. Meistbegünstigung gilt nur beim Handel der Händler untereinander. Wert und Preis sind zwei durchaus unterschiedliche ökonomische Kategorien und sollten nicht miteinander vermischt oder verwechselt werden.
  • Geld macht glücklich und unglücklich zugleich.
  • Geld kann jede Gestalt annehmen, ist jedoch virtuell am effektivsten, was seine Vermehrung anbetrifft.
  • Geld kann nicht abgeschafft, muss aber in seine Grenzen verwiesen, muss domestiziert werden.
  • Geld ist Blut im Kreislauf der Realwirtschaft, das aus deren Wunden fließt. Dann wird es zum stinkenden Schmieröl jener Politiker, die auch zu den Reichen gehören wollen. Pecunia non olet? In der Politik stinkt Geld doch – so manches Mal.
  • Geld aus Nullen und 1en in einigen Computern, den Rechenknechten der Reichen, gibt es inzwischen in solchen Riesenmengen, dass damit theoretisch alle Sachwerte der Erde und die des Mondes dazu bezahlt werden könnten.
  • Geld ist Schatz und verdirbt nicht, ist Eigentum. Es wird vererbt und dann ist nicht mehr von Interesse, wie es ursprünglich erworben worden und in die Familie gekommen ist.
  • Geld ist die Freiheit der Reichen mit der sie die Freiheit der Armen begrenzen, beherrschen.
  • Geld ist die Regel No 1.

Geld regiert die Welt.

Das müssen wir ändern. Vorher lässt sich Frieden nicht machen.                     rto.141114,15,16

aequivalenz

Regelwerk ändern

Friedenmachen lernen      9:                Haben oder Sein

Der in nicht enden wollender Abfolge zitierte Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit, auf seine Grundelemente hin untersucht, stellt sich als viel älter heraus, als es der Kapitalismus je sein könnte. Er ist dann der Widerspruch zwischen den Vielen, die nichts oder gar nichts haben und sich alltäglich verdingen müssen, um ihre Kinder satt zu kriegen, im Leben zu halten, groß werden zu lassen – und den Wenigen, die Eigentum und die Macht haben, den Vielen zu sagen, was sie tun sollen, tun müssen.
Es ist der Grundwiderspruch zwischen Haben und Sein, zwischen Reich und Arm, Kooperation und Teilhabe, Gesellschaft und Gemeinschaft, zwischen Herrschaft durch Gewalt, Macht und Beherrschten, Meistbegünstigung und Solidarität, zwischen dem privaten Zugriff auf alle Naturressourcen und Lohnabhängigkeit.
Der Kapitalismus im engeren Sinne ist dabei nur eine Etappe der technologischen Evolution, deren letztes Stadium der neoliberale Finanzkapitalismus als Folge der industriellen IT-Revolution ist, die ihn am Ende auch ad absurdum führen wird.

Der Samen, aus dem Kapitalismus keimte, wurde vor 5.000 Jahren gelegt, als in Mesopotamien Geld, Kredit und Zins erfunden worden war, als das Fundament für „Märkte“ gegründet wurde.
Weit über 2.000 Jahre hat es danach gedauert, bis ein türkischstämmiger Grieche namens Aristoteles erkannte, dass das auf Dauer nicht gut gehen kann. Er hat einen Unterschied gemacht zwischen Ökonomie, der Vorsorge des gütigen Hausvaters, und Chrematistik, der zu verabscheuenden Vorteilsnahme der Geldleute, der Krämer (Wortstamm im Deutschen!), der Händler, die sich sogar machtgierige Herrscher gefügig machen konnten, weil sie in der Lage waren, Geld für deren Beutezüge, die Kriege, zur Verfügung zu stellen. Dafür kassierten sie nicht nur reichlich Zinsen, sondern erkauften sich dazu Privilegien, mit denen sie nicht nur noch reicher wurden, sondern auch Einfluss auf das Regelwerk, die Gesetzgebung erlangten.
Das ist bis heute so geblieben, Geld regiert die Welt.
Der springende Punkt in diesem widersprüchlichen, komplexen Prozess ist das durch das Regelwerk bestimmte, erzwungene Verhalten der Vielen, das es den Reichen ermöglicht, ihre Bereicherung fortzusetzen und ständig zu vervollkommnen. Denn das Regelwerk, die geltenden Gesetze, sind eindeutig zugunsten der Eigentümer, der Geldleute ausgestaltet, weil sie es ihnen erlauben, Naturressourcen zu ihrem Privateigentum zu machen. Mehr noch, die Gesetze unterbinden zugleich die gleichberechtigte Teilhabe der Vielen, vor allem aber der Armen an der profitablen Nutzung der Naturreichtümer.
Der i-Punkt auf dem Problem ist letztlich, dass die Reichen, die Herrscher, auch noch Konkurrenten untereinander in Bezug auf die Naturressourcen sind, Gewalt, Herrschaft und Krieg benutzen, diese Konkurrenz auszuleben, das aber nicht selbst praktisch realisieren müssen, weil sie die Macht haben, von ihnen abhängig gemachte Arme, die Vielen, diese Kriege austragen zu lassen und in ihnen zu sterben. Folgen wie Kindersterblichkeit, Flüchtlingselend, Kriminalität, Menschenhandel, Waffen- und Drogenprofite, Meinungs-, Preis- und Kursmanipulationen durch Angst und Schrecken etc. pp. gar nicht gerechnet.
Als Kern zur Lösung der Probleme stellt sich mir die Frage, woraus die geläufigen Verhaltensmuster resultieren und unter welchen Bedingungen sie sich dauerhaft ändern könnten?
Diese Fragen müssen wir zu beantworten versuchen, wenn wir Friedenmachen lernen wollen.
Höchstwahrscheinlich müssen Prämissen, Bedingungen, muss das Regelwerk geändert werden. Einen Weg dafür zu finden, ist sicher nicht simpel und leicht.
Es dürfte im Konsens, durch Vereinbarung am ehesten möglich sein, nicht durch Gewaltherrschaft und Machtpolitik. Wir sollten es, gewarnt durch die gewaltsamen Gesellschaftsexperimente der jüngsten Vergangenheit, einfach mal friedlich probieren, mit Simulation in Strategiecomputern und Pilotprojekten. Einige Aktivisten haben schon damit angefangen. Die müssen sich vernetzen und ihre Erfahrungen zeitnah austauschen, unser geplanter @dressen-Globus soll dabei helfen.                rto.141109,10

Wörgl nochmal, diesmal global

Frieden machen lernen        8:               Lokal denken, global handeln

Vieles wurde von Menschen bisher gemacht, gebaut, dann in endlosen Kriegen zerstört und neu gedacht, wieder gebaut.
Sollten wir nicht aus dem Schutt der Menschheitsgeschichte historische Bausteine ausgraben, neu zurichten, mit den damaligen Erfahrungen, mit dem heutigen Wissen sowie mit dem letzten Schrei von Technologie ein Zukunftsmodell von Dasein daraus konstruieren und den Prototyp zu bauen beginnen?

Es ist soviel virtuelles Geld wie nie zuvor in der Welt. Ehe wir es im letzten großen Crash von den Heuschrecken verbrennen lassen, könnten wir es doch sinnvoll nutzen, Geld endlich und endgültig wissenschaftlich definieren und dann in einer Übergangsperiode die Ökonomie mit designed Transformation < http://www.futurzwei.org/#index > nach humanen, sozialen Grundbedürfnissen modifizieren, ohne die Teilhabe aller anderen Lebewesen dabei aus den Augen zu verlieren (Ökologie, Nachhaltigkeit).

Als Verhaltensziele in und für Zukunft kommen in Frage (Die Liste ist noch unvollständig):
Arbeit als Bedürfnis und Berufung, bedingungslose Solidarität mit Kindern, Veteranen, Kranken und geistig wie körperlich Behindertene, die heilig sind, denen „Opfer“ gebracht werden, um ihren Unterhalt zu gewährleisten, Gewaltlosigkeit und Friedenswillen, Chancengleichheit, Gerechtigkeit als Fairness, Respekt gegenüber Andersdenkenden, Balance von Gemeinschaftsinteressen und individueller Freiheit, Streben nach Wohlstand und Glück, Liebe.

Eiapopeia, Friede, Freude, Eierkuchen ja nicht – konstruktiver, kultivierter Streit über Wege und gemeinsame Wanderungen zur Probe (Pilotprojekte), ja!

Methodik Variante 0:
Globaler Verein regionaler gemeinnütziger (kommunaler?) Nahrungsgüter-Energie-Kooperativen für nachhaltige Produktion und fairen Handel resp. wertgleichen regionalen Austausch als Wählergenossenschaft mit dem Ziel des Einzugs in alle Parlamente weltweit.
Das weite Land liefert die Ernährung für die Städte und wird in der postfossilen Ära auch die Energieversorgung übernehmen, mit Wasser- und Windkraft, Photovoltaik, Biogas und Biokraftstoffen, Erdwärme, Gezeiten- und Wellenkraft u.v.a.m., die in smartem Verbund auch die Grundlast garantieren.
(Alles technologisch garantiert durch in Bezug auf Menschenalter quasi unerschöpfliche Quellen, die heute noch fälschlicherweise als alternativ oder regenerativ bezeichnet werden: Kernfusion in der Sonne, Gravitation durch Erde, Mond und Sonne, Nachzerfallswärme der radioaktiven Elemente im Erdinnern)

Wahlprogramm:
1. Krieg abschaffen, Friedenmachen lernen.
2. Kooperation zur Teilhabe aller Menschen, aller Lebewesen, der gesamten Vielfalt der Arten an der Nutzung von Naturressourcen als Lebensgrundlage statt Konkurrenz und Lohnsklaverei.
3. Geld ohne Zins, ohne Banken, ohne Börsen.

Fernziele (Utopie konkret) für 3 – 10 Generationen, Vorbereitung 1 Generation:
Ein Geld für die Welt als Zahlungsmittel für produktiv genutzte Naturressourcen, davon wird die globale Legislative finanziert, die solche Naturressourcen verwaltet. Zinsloses Regionalgeld als Arbeitsleistungs-Äquivalent entspr. Wörgl-Modell http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%B6rgl#Das_W.C3.B6rgler_Schwundgeld_.28Freigeld.29.
Herrschaftsfreie, gewaltlose, direkte Demosozietät als Weiterentwicklung von Demokratie.
Naturressourcen sind kein Eigentum der Menschen, alle Lebewesen sind auf sie angewiesen. Werden sie zu Produktionszwecken genutzt, sind Abgaben fällig, mit denen die regionale und globale Legislative finanziert wird. Regionale Verwaltung wird durch gemeinnützige Arbeit realisiert.
Grund und Boden, Land, Meer, Himmel und alle Rohstoffe sind kein Staatseigentum, überhaupt kein Eigentum, nationale und Ländergrenzen entfallen.
Privateigentum: Durch Arbeit bezahlte und selbst hergestellte Produkte. Die enthaltenen Natur- und Rohstoffe werden nach vollendeter Nutzung recycled.
Privatbesitz: Von der Gemeinschaft zeitweilig überlassene Lebensgrundlagen zur Bedürfnisbefriedigung, die in begrenztem Maße vererbt werden können. Sie werden damit nicht zu Eigentum, sind nicht handelbar.
Prioritäten: Erziehung, Bildung, Nahrungsgüterproduktion.
Wissenschaft, Forschung, Industrie: Fairer Wettkampf um optimale Technologie mit vorheriger Folgenabschätzung in Bezug auf Ökologie, Nachhaltigkeit und die Soziale Frage.
Die Basis einer wahrhaft humanen Gemeinschaft ist nicht eine elitäre, profitorientierte Gesellschaft, Chrematistik statt Ökonomie, sondern Kultur, wozu ggf. auch Religion oder andere Formen von Spiritualität als Privatsache gehören.
Ökonomie wird durch technologische Evolution in Kombination mit soziologisch-philosophisch-pädagogischer Moderation zur beiläufigen Prämisse (Aristoteles).
An der Legislative sind alle mündigen Menschen chancengleich beteiligt. Die Verwaltung ist Gemeinschaftsaufgabe und Bürgerpflicht, wird mit Sozialprestige belohnt.
rto.141030,31,1101,02

(Schon mal ein Rohentwurf für das Endstadium des eSeminars, geplant für Jan 2015, rto.3)

Frieden muss von Menschen „gemacht“ werden

Friedenmachen lernen    7:                               Natur ist nicht friedlich

Aber Krieg ist kein Naturzustand, kein Normalzustand. Wenn Affen Stöcke benutzen, um andere Affen totzuschlagen, kann man das nicht Krieg nennen. Auch Treiberameisen führen keine Kriege auf ihren Wanderungen.
Natur ist wie sie ist, Wechselwirkungen von Prozessen, mal in Balance, mal nicht. Das Marxsche „Wertgesetz“ ist mit Naturgesetzen nicht vergleichbar, stimmt so auch nicht, Marx hat ökonomische Werte als Kategorie mit der Kategorie Preis vermischt, sogar die Preisdefinition als „Tauschwert“ übernommen und weiter benutzt.

Krieg und Frieden sind keine Naturphänomene. Es sind menschliche Verhaltensweisen, sie können erlernt werden. Sie sind Kombinationen von Verhaltensmustern, einerseits angeboren, andererseits durch äußere Bedingungen geprägt, letzteres in jeder Generation neu.
Wird neues Verhalten lange genug praktiziert, in mehreren Generationen hintereinander, geht es, wahrscheinlich epigenetisch, in das Langzeitgedächtnis von Individuen, Gruppen, Gemeinschaften, Gesellschaften über und erscheint als angeborenes Muster in den Folgegenerationen. So realisiert sich in Teilen Evolution auch, nicht nur durch Mutation. Biologische Strukturen und Organe entwickeln sich durch Gebrauch und Training weiter oder bilden sich durch Nichtgebrauch zurück, z. B. im Gehirn.

In der bisherigen Menschheitsgeschichte wurden überwiegend kriegerische Verhaltensmuster geprägt und praktiziert, weil sie die Bedingung für Herrschaft sind. Das Alleinstellungsmerkmal für Herrschaft ist Gewalt, ein menschliches Verhaltensmuster, wie es so zielgerichtet und planmäßig in der Natur nicht vorkommt.
Es wird aber von Menschen in die Natur projiziert, um ihr herrschaftliches Verhalten zu begründen, psychologisch unterstützt von der Empfindung der Beherrschten, die sich den Kräften der Natur und der Gewalt ihrer Herrscher überwiegend hilflos ausgesetzt und ausgeliefert fühlen, „man kann ja doch nichts machen“.
Auch moderne Demokratien sind Herrschaftssysteme, die Gewalt anwenden, zwar moderiert durch Gewaltenteilung, aber das überkommene Recht mit seinem zählebigen Beharrungsvermögen ist Herrschaftsrecht, das nur ausgleichende Ungerechtigkeit praktizieren kann, wenn überhaupt, denn auf Ausgleich zwischen den wenigen Reichen und den vielen Armen ist das Recht, sind die Regeln bisher nicht bedacht, nicht angelegt. Deshalb benötigen auch moderne Demokratien nach wie vor Soldaten, das sind bezahlte Söldner, wie der Name sagt, in manchen Ländern per Gesetz verpflichtet, in anderen freiwillig, sowie Waffen und Krieg (als Ausbildungspraxis), um mit Machtpolitik ihre Selbsterhaltung zu realisieren.
Dass die herrschenden Eliten Staat und PolitikerInnen auch noch benutzen können, um sich in Kriegen und an steuerfinanzierter Rüstung zu bereichern, die Armen auf Distanz zu halten, sie sogar als Kanonenfutter zu dezimieren, ist ein erwünschter Nebeneffekt und macht Kriege um so schlimmer und um so länger.
Nach dem Krieg ist vor dem Krieg, an Wiederaufbau und Wiederaufrüstung wird wieder verdient – und Herrschaft wird stabilisiert, die eine oder die andere.

Wo Waffen verfügbar und käuflich sind, ist Kriminalität, sind Drogen nicht weit, auch Flüchtlingselend, Notstand, Armut, Krankheit etc. pp. als Kriegsfolgen können zu Profitquellen gemacht werden, Kriegsbeute gar nicht gerechnet. Sogar viele Arme sind bereit zu spenden, wenn die Bilder entsprechend drastisch im Wohnzimmer aufscheinen, weil sie oft anders solidarisch als Reiche denken.

Die systemimmanenten Imbalancen der angebotsorientierten „Märkte“ werden durch die moderne Informationstechnologie erst so richtig lukrativ, wenn Angst und Schrecken durch Krieg und Not psychologisch genutzt werden können, um Kurse und Preise in die gewünschte Richtung zu manipulieren. Krieg war auch in Zeiten, als Realwirtschaft noch dominierte, schon das Überdruckventil für die allfälligen Überproduktionskrisen, nun in der potenzierten Finanzwirtschaft erst recht.

Die Muster unseres Verhaltens werden bestätigt und geprägt von den Eltern, im Kindergarten beim Spiel, in Schule, Gymnasium, College, Studium, Praktikum und Beruf, im Alltag, durch Religion, von Fanatikern, beim Militär, in Film, TV, Computerspielen, Youtube und sozialen Netzwerken sowie von den lieben Mitmenschen und wir wollen sie lernen wie gehabt, weil wir fast alle reich werden wollen und weil wir denken, dass wir dann glücklich sein könnten – werden wir so aber selten.

Ebenso gut, vielleicht besser, könnten wir auch Friedenmachen lernen. Wir müssen es nur wollen – politisch.

(Die Redundanz in den Kolumnen liegt in der Natur der Sache. Ich lerne auch immer weiter dazu und führe dann einige Zusammenhänge etwas mehr aus.)                      rto.141024,27

Die Ursachen der Misere

Frieden machen lernen    6:                              „Die Gier“ ist es nicht …

Das Feuilleton und einige Comedien wollen uns glauben machen, die Ursache für das Elend, für die Ungleichheit und für die verloren gehende Balance hier auf der Erde wäre die Gier, dieses Laster vieler Menschen, das die Religionen zur Sünde erklärt haben.
Aber so einfach ist es nicht.
Das drängende Verlangen nach dem Mehr ist lediglich ein ganz normales, häufiges, großenteils angeborenes, andererseits bedingtes Verhaltensmuster, das in der Evolution nicht erst beim Menschen auftritt. Solches Verhalten beruht u.a. darauf, dass es immer wieder Zeiten des Mangels gab, an die wir uns erinnern können. Daraus ergibt sich Vorsorge, Sparen ist angesagt. Gier und Geiz sind Geschwister, sie liegen statistisch nicht mal außerhalb der Normalverteilung, so häufig sind sie. Die Ursachen für Elend, Not und Krieg liegen ganz woanders, und sie sollen nach dem Willen der Herrschenden, der Reichen und Mächtigen, möglichst verborgen bleiben.

Und es ist nicht „Der Neid“, der mich das denken lässt. Geht es mir im Alter doch so gut, wie ich es mir früher immer gewünscht habe, aber mir damals im alten Leben nicht so richtig vorstellen konnte.

Die Ursachen für das Elend liegen in Prämissen, Bedingungen und Regeln, die menschengemacht sind. Und es sind viele „Gesetze“, die aber alle in die gleiche Richtung zielen: Reiche gibt es nur, wenn es auch Arme gibt, nicht alle können und dürfen reich sein.
Prämissen, Bedingungen, Regeln, Gesetze und Verordnungen sind so gemacht und ausgestaltet, dass Reiche von der gewinnbringenden Nutzung der Naturressourcen ganz besonders profitieren, denn sie können sie kaufen und zu Eigentum machen. Arme können das nicht. Sie brauchen ihr Geld für das täglich Brot und darum sollen sie auch noch bitten, damit „Gott“ es ihnen gibt.
Diese Regeln sind viele tausend Jahre alt. Hammurabi, Moses und das Römische Recht sind die Namen, die dafür stehen. Es sind bewährte Regeln, jeder kann reich werden -, alle nicht.
Die Regeln sind so gemacht und werden so praktiziert, dass sie unumstößlich scheinen. Das sind sie aber nur, solange die Vielen sich auch danach verhalten. Solange bleiben die Verhältnisse, wie sie waren und wie sie sind, daher: „Empört Euch!“

Es wird nicht viel helfen, an einigen Stellschrauben zu drehen, den Kapitalismus etwas menschlicher zu machen, um ihn zu retten, um ihn noch eine kleine Weile zu erhalten.
Markt ist nicht sozial, das hatte schon Aristoteles vor zweieinhalbtausend Jahren erkannt. „Die Märkte“ sind es schon mal gar nicht. Sie lassen sich nicht demokratisieren, führen im Extrem eher zum Abbau von Demokratie.

Aber Kapitalismus ist nicht das eigentliche Problem, er ist lediglich die letzte übrig gebliebene Erscheinungsform von Markt.
Die durch IT ausgelöste industrielle Revolution in Finanzwirtschaft und Gesellschaft legt den Systemfehler der „Märkte“ offen. Er geht auf eine Unschärfe im wissenschaftlichen Gebrauch der Begriffe Wert und Preis zurück. Beide Kategorien werden vermischt, sogar verwechselt. Die Definition von Preis als Tauschwert zementiert diese Unschärfe sogar semantisch. Das führt zu dem Paradoxon, dass dem virtuellen Geld in der Finanzwirtschaft Wert zugemessen wird, an sich schon ein Unding, denn sein Volumen ist mehr als 100mal umfangreicher als das von der Realwirtschaft repräsentierte Geld. Überdies vermehrt es sich ständig, besonders durch den mit Lichtgeschwindigkeit transportierten, von Software-Algorithmen automatisiert realisierten Hochfrequenzhandel per Computer – da sowohl überwiegend Handelsgewinne als auch bei jedem Deal Provision anfallen –. Diesem virtuelle Geld mit unzähligen Namen wird der gleiche „Wert“ zugemessen, wie dem Geld in der Lohntüte der abhängig Beschäftigten oder dem der sozial Alimentierten.
Preise gelten für alle gleich.
Es gibt gar nicht soviel Produkte und Dienstleistungen auf der Welt, wie von dieser Masse Geld bezahlt werden könnten. Die Folge ist, dass immer mehr Naturressourcen und Naturkapital in private Hände wandern, ein auf Dauer unhaltbarer Zustand.

„Zurück zur Natur“ war und wäre keine Alternative. Seit es Technologie ist, die unsere Entwicklung vorantreibt, hat sich alles geändert, vor allem aber der Zeitgradient. Bei der nun anstehenden Gesellschaftstransformation können wir uns Natur leider nur noch selten zum Vorbild nehmen. Das müssen wir beim Friedenmachen lernen berücksichtigen.
Technologie können wir nicht mehr abschaffen, das Rad der Geschichte lässt sich ncht zurückdrehen. Es wäre auch gar nicht wünschenswert, denn Technologie zeigt uns unsere alten Fehler und wird uns zwingen, neue Regeln zu machen, grundlegend neue Regeln.
Technologie und neue Regeln für unser Verhalten werden uns dabei helfen, aus Reichtum der Wenigen Wohlstand für alle zu machen – und Frieden.
Wir müssen es nur wollen, politisch wollen.                           rto.141018

Die Sache mit dem Pazifismus

Frieden machen lernen   5:                      Die Schizophrenie der Übergangsperiode

Jeder Querdenker, der in einer Vorkriegsperiode oder zu Kriegszeiten, die gerade „weit hinten in der Türkei“ stattfinden, für Abrüstung und ein friedliches Miteinander plädiert, wird gern erst einmal als Gutmensch und Pazifist verspottet oder als Utopiker lächerlich gemacht, und von Demagogen sind dabei die Begriffe durchaus als Schimpfwörter gemeint. Ich merk die Absicht, und ich bin verstimmt.
Daher lehne ich es gewöhnlich ab, mich in eine Ismen-Schublade stecken zu lassen. Auf http://keinschaf.de muss ich das daher auch noch korrigieren, obwohl ich die Bezeichnung Pazifist seit vielen Jahren toleriert habe, aber eigentlich bin ich nur paziphil. Denn ich weiß wirklich nicht, ob ich bei einfacher Gewalt die andere Wange hinhalten und bei bedrohlicher nicht zurückschlagen würde, um mich und meine Sippe zu verteidigen.
Das sind sie eben, die üblichen Schwierigkeiten der Friedliebenden in einer Gesellschaft, in einer Welt, in der Gewalt gang und gäbe ist, die anfangs von der Herrschaft, später von Staats wegen verordnet wurde und wird.
Das geht ja nun schon 10.000 Jahre so und vielleicht sogar noch viel, viel länger, 20mal länger. Keine Wunder, dass die meisten denken, das wird immer so bleiben.

Was aber niemals toleriert werden kann, das sind Waffenhandel und -exporte. Solange Kriegswaffen noch auf der Welt sind, sollte sie der Staat behandeln wie Geldscheine, selbst herstellen und selbst verteilen, wer nachmacht oder verfälscht, wer nachgemachte oder verfälschte in Verkehr bringt … , strenge parlamentarische Kontrolle inklusive. Dazu gehört ein Zeitplan für Abrüstung, mit dem das Friedensgebot der UN-Charta in einem arbeitsplatzverträglichen Modus umgesetzt werden kann. So ein Auftrag ist in vielen nationalen Nachkriegsverfassungen explizit niedergeschrieben, s. < http://www.unfor.info/QP.pdf >, auch im Bonner Grundgesetz von 1949.
30 Jahre, also eine Generation, halte ich in Bezug auf so eine makroökonomische Transformation für angemessen. Das gibt Zeit für Konversion.

Dass die vorhandenen Waffen in dieser Zeit auch noch angewendet werden und sogar nur durch ihr Vorhandensein Schaden anrichten, ist die Schizophrenie der Zeit in Perioden des Umbruchs und Übergangs. Die Friedliebenden müssen sich darauf einstellen können und pragmatisch damit umgehen lernen. Ideologie hilft da kaum weiter. Keinesfalls ist die Schlussfolgerung richtig, den Gebrauch vorher exportierter Waffen durch „Feinde“ dann mit dem Export von Waffen an „Freunde“ zu beantworten. Die hinter einem solchen Vorgehen stehenden Interessen und Absichten sind zu durchsichtig, vor allem, wenn sie mit geballter Medienmacht und volkstümlichen Galionsfiguren in Marketing-Manier umgesetzt werden.

Wer Zukunft konstruieren, modellieren und ausprobieren will, sollte sich darüber im Klaren sein, dass ihm seine alten Verhaltensmuster zum Vorwurf gemacht werden. Aber ohne sie ist das Überleben im alten System schwer, fast unmöglich.
Ausnahmen gibt es, Protagonisten auch. < http://www.futurzwei.org/#532-revital > rto.141010,1013