Wer ist wir?

Friedenmachen lernen      16:                                Zwischenbilanz

Kämpfen ist legitim – Töten nicht.
Kampf muss jeweils ein Ende haben, Siegen wollen sei verpönt.

Ruhe in Frieden! – ein frommer Wunsch danach.
Bewegung ist Leben ist Bewegung, Tätig sein sei normal.

Arbeit – Quelle von Wohlstand.

Viel Arbeit gegen wenig Geld    = (ist gleich)     Viel Geld bei Wenigen.
So entsteht Reichtum, der mit Wohlstand für alle wenig zu tun hat .

Als erfolgreich gilt, wer für wenig Arbeit viel Geld erhält – Wieso?

Wenn Arme es tun, gilt es als Diebstahl und wird als Eigentumsdelikt wesentlich härter bestraft, als manch anderes Verbrechen – Kein Vergleich mit Untaten von Soldaten im Krieg.
Bei Reichen ist es legal, so sind die Regeln.

Diese Regeln müssen wir ändern.

Wer ist wir?
Alle sind Wir, alle, die es wollen, einiges dafür tun und ansonsten bezweifeln, dass Geldreichtum etwas mit Wohlstand für alle zu tun hat, dass Wirtschaftswachstum, in Geld gemessen, eine Bedingung dafür wäre. Natürliches Wachstum erfolgt periodisch, es gibt Frühling, Sommer, Herbst und Winter, nur aus Samen wächst eine Ernte.
Arbeit gibt es jederzeit in Hülle und Fülle, Arbeitslosigkeit ist der Natur fremd.
Der Wertanker für Geld sei Arbeit.

In Frieden arbeiten, in Wohlstand lange leben sei unser Ziel.

Der Weg? – Friedenmachen lernen!                   rto.150226,28, 0301,02

Märzgefallene (Link zum Beitragsbild (MÄRZ)

Advertisements

Märchen müssen sein

Friedenmachen lernen    15:                                         Olympia mal anders

Und es begab sich aber zu der Zeit, dass die alten Griechen vor lauter Krieg nicht mehr weiter wussten und ihre Frauen zu Hause der Priester und alten Männer überdrüssig geworden waren. Da kamen die Frauen auf dem Markt zusammen und beratschlagten, was nun werden solle.
So entstand die Demokratie.
Am dritten Markttag danach hatte die schöne Olympia eine Idee. Sie war in ihrer Jugend Tempeldienerin gewesen und heiratete danach einen ihrer Kunden. Das war ein wohlhabender Ackerbürger. Die Beziehung zu den olympischen Priestern hatte sie nie aufgegeben. Die Familie profitierte von den Informationen aus dem Olymp.
Mit ihren Freundinnen beschloss sie folgendes:
Die Priester rufen ein langes Fest für die Götter aus, zu dem alle großen Wettkämpfer, die auch allesamt die größten Krieger waren, einzuladen sind und währenddessen die Waffen schweigen müssen. Die Männer kommen nach Hause, legitimieren den Nachwuchs, erholen sich vom Krieg und es gibt jede Menge Spass.
Die Priester waren erst nicht gerade begeistert, aber nachdem die Frauen gedroht hatten, sie beim Rat wegen Nötigung anzuzeigen und die Männer gegen sie aufzuhetzen, ansonsten aber auf die vielen Opfergaben vor und während des Festes für den Sieg im Wettkampf und auch danach für den Sieg im Krieg verwiesen, gaben die Priester klein bei, begannen das Spektakel vorzubereiten und wussten im übrigen, vier Jahre sind länger als vier Wochen.
Und so ging alles seinen sozialdemokratischen – später sozialistischen – Gang.
Es wurde ein großes, glänzendes Fest. Danach entbrannte der Krieg um so heftiger, bis auf den heutigen Tag.

Aber nun sollte die Zeit gekommen sein, Geschichte endlich einmal anders herum aufzuziehen und wieder sollten es Frauen sein, die das bewerkstelligen – nicht die Quotenfrau mit den sieben Kindern, die hat schon andere Ziele, die anderen Soldatinnen auch nicht.
Die Vielen, die ihre Haut zu Markte tragen, die wären die richtigen. Sie sollten ein politisches Programm für ein Gesellschaftsexperiment auflegen und jedes Mal zusammen mit der Rechnung den Männern präsentieren:
•     Das Neue Fest dauert nicht 4 Wochen, sondern fast 4 Jahre, die eigentliche Olympiade.
•     Die Waffen ruhen, es werden auch keine gehandelt, jedenfalls nicht über Grenzen hinweg.
•     Opfergaben für den Sieg sind tabu, Opfer für die Kriegsopfer sind angemessen zu entrichten.
•     Nach 3 Jahren und 3 x 3 Monaten Frieden sind 8 Wochen Rüstung und militärische Ausbildung erlaubt, Waffenexporte nicht.
•     Wer dann Krieg will, darf 4 Wochen Krieg machen, mit allen Schikanen, irgendwo in der Wüste, wo er keinen größeren Schaden anrichten kann.

Geschichte kann man nicht vorhersehen oder vorhersagen, sie ist offen. Märchen sind Märchen, Träume sind Träume, nicht Schäume.

Aber es gibt Propheten und Prophezeiungen.
Credo, ich glaube, wenn so ein Experiment ein einziges Mal durchgeführt worden ist – es wären nur 4 Jahre -, wird jeder nur einigermaßen denkende Mensch erkennen und für alle Zeit wissen, wie absurd es ist, Waffen herzustellen um Krieg zu führen und wie absurd das ist, was eine bestimmte Sorte Politiker und die mächtigen Finanzhändler uns immer wieder einzureden versuchen.                                                                                       rto.150222

Die Crux – Der Krieg

Friedenmachen lernen aktuell:                                   Steine schleudern?

Die gegenwärtige politische Auseinandersetzung ist prinzipiell und lässt sich in einer einfachen Formel zusammenfassen, die ebenso sinngebend wie unzutreffend ist.
David gegen Goliath

Das demokratische Mandat in dem ökonomisch winzigen Land, wo vor fast 3000 Jahren die Demokratie erfunden wurde, mit aristotelischer Theorie der Ökonomie als Fundament – aber Aristoteles hatte damals mit Demokratie wenig im Sinn –,
gegen
das Mandat der Finanzmärkte, des Geldes, das aus sich heraus vermehrt werden soll, für ein riesiges, global angelegtes Triumvirat (Troika, nun „Institutionen“), dem Netzwerke von Helfershelfern zur Verfügung stehen, deren Umfang und Ressourcen (Think Tanks, Medien, Stiftungen, Elitevereine, Geheimbünde etc.) unser Vorstellungsvermögen übersteigt und die intransparent, sogar im Geheimen agieren, allen voran der vereinte Militärisch Industrielle Komplex (Eisenhower 1962) von USA und Europa (NATO), mit dem Trojanischen Pferd der griechischen Militärs in der Hinterhand, unterstützt von der gesamten staatlich organisierten Kriminalität der Dienste (NSA, BND & Co) und Special Forces, in deren Nachbarschaft und Nachfolge die Schattenwirtschaft von Waffenhandel, Drogen, Rotlicht, Geldverleihern, Schleuserbanden, Fluchthelfern etc. wuchert, deren Schwarzgeldmilliarden zusammen mit den informellen Extraprofiten der Global Player in den Steueroasen weiß gewaschen werden und sich dann weiter pro- und antizyklisch, gepuscht, gehegded und gehebelt auf den formellen Finanzmärkten vermehren, egal ob die Kurse steigen oder fallen. Wachstum ist die Devise, überall gültig und in Geld gemessen.

Der Mythos von David und Goliath war eine königliche Erfindung, das haben Archäologen und Historiker inzwischen belegt. David hätte kaum eine Chance, Krieg kann nicht gewonnen werden, auch nicht mit exotischen Waffen. Wenn erst mal Krieg ist, incl. Finanzkrieg, verlieren heute alle – und es ist Krieg.

Die Idee von einer gerechteren Welt aber ist auch durch die größte Armee nicht aufzuhalten (Victor Hugo 1802-1885). Menschen werden sie durchsetzen, wenn ihre Zeit gekommen ist.
Friedenmachen müssen wir lernen.                                                             rto.150223

Wir sind im Krieg – Auch in Europa

Friedenmachen      aktuell:      Vor 50 Jahren
Der Prediger, den Kenner Sankt Eitel zu nennen pflegen, hatte 1965 Glück, das ist heute Pech für alle Friedliebenden. Die Geschichte wurde jüngst an der Universität erzählt, die dem Mann einen Ehrendoktor verlieh, wogegen sie ihn Edward S. mit einer Begründung verweigert, die auf St. Eitel allemal mehr zutreffen würde.
Die Geschichte geht so:
Magnifizenz (1990-98 Uni Rostock, Bundesverdienstkreuz 1998, Mathematicus, Ost-Vita) sinnierte kürzlich in einer öffentlichen Würdigung zum 90. Geburtstag von Ordinarius theolog. historic. (1965-70 Dekan, Prodekan Uni Rostock, 1989 emeritiert) über einen fast verkrachten Studenten, im Osten waren damals mehrere zusätzliche Semester durchaus ungewöhnlich, dem dieser integre Hochschullehrer, Wissenschaftler und für die DDR-Oberen unbequeme Kirchenmann anno 1965 am Ende doch noch zum Abschluss seines 7jährigen Studiums verholfen hatte. Wer könnte der Student gewesen sein?
„ …
Seine Leistungen als Lehrer sind unübersehbar, werden sie doch allein schon durch die große Zahl von Schülerinnen und Schülern belegt, die sich dankbar seiner erinnern und zum Teil heute hier anwesend sind. Sie sollen auch nicht durch die eine – zumindest in den Augen mancher Zeitgenossen – weniger lobenswerte (aber folgenschwere) Leistung gemindert werden, die ganz am Anfang seiner Rostocker Tätigkeit steht. Immer einmal wieder gab und gibt es ja Schüler, die durch „große Klappe, aber wenig dahinter“ charakterisiert werden müssen. Wenn überhaupt, gelingt ihnen meist nur ein dürftiges Abitur. Und mit einem solchen blieben einem in der DDR der 50er Jahre die gefragtesten Studienrichtungen verschlossen. So auch unserem Kandidaten, der schließlich in der theologischen Fakultät Unterschlupf fand. Durch gute Leistungen konnte er sich freilich auch dort nicht gerade auszeichnen. Dass er nach mehreren Studienverlängerungen (1958-65) schließlich doch noch zu einer Examensarbeit und zu einem Abschluss kam, verdankt er einem frisch an die Fakultät berufenen Dozenten der Kirchengeschichte (der übrigens prompt wegen seiner nicht ganz legalen Hilfe Ärger mit der universitären Obrigkeit bekam). Dem Kandidaten aber öffnete sich durch den erfolgreichen Studienabschluss – und seine Fähigkeit, wohltönend über die Freiheit und andere ihm wichtig scheinende Dinge zu reden – nach 1990 außerhalb der Theologie ein rational kaum nachvollziehbarer Weg durch diverse Funktionen bis in hohe Ämter der Republik. …“
http://www.stadtgespraeche-rostock.de/ No 77 DEZ 2014 S. 29_scan&format rto.141215

Zwecks Behelf als Joker persönliches Zitat des Kandidaten:
„Meine Heimat liebte ich seriös, meinen Westen wie eine Geliebte.“[17]
Ein Verhaltensmuster, das er auf seinem Lebensweg auch in anderer Hinsicht mehrfach praktizierte und praktiziert, wenn man den Biografien einerseits und der YellowPress andererseits glauben darf. Erstaunlich, dass er im konfessionell moralisch-prüden Westen nichtsdestotrotz so gut ankommt. Seine Ost-Kollegen, zumal die aus der Bürgerrechtsbewegung zuzeiten des Umbruchs, sehen dies und anderes durchaus differenziert.

Die Wirklichkeit hat auch etwas mit procedo, lat. sich ereignen, zu tun. Teilende und spaltende Prozesse (Arno Peters 1995) stehen in Widerspruch zueinander und treiben die historische Entwicklung voran.
Auch Spaltpilze haben ihren Platz in der Wirklichkeit der Evolution. Sie vollenden die Kreisläufe des Lebens, bereiten totes Holz, auch andere organische Substanzen auf und liefern zuweilen sogar lebenswichtige Medikamente. Gewinnen sie aber die Oberhand, sterben Jahrhunderte alte lebendige Bäume. Wir sollten stets darauf achten, dass die Balance nicht außer Kontrolle gerät.
Waffengänge, Krieg sind solche Zustände der Imbalance und die laufen regelmäßig für Jahrzehnte aus dem Ruder.
Dann ist es sehr aufwändig, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Das erleben wir gerade.
Im Laufe des vergangenen Jahres wurde nach langer medialer Vorbereitung ein Paradigmenwechsel für die Beziehung von Deutschlands Öffentlichkeit zum Krieg eingeläutet und vollzogen. Der Hintergrund ist eine neue Stufe in der Waffentechnologie. Der Krieg der Automaten steht vor der industriellen Realisierung. Die IT-Revolution schuf in 3 Jahrzehnten die Voraussetzungen dafür. Feldversuche seit Afghanistan und den folgenden Auseinandersetzungen waren „erfolgreich“. Die Finanzierung wurde in den USA durch die Genehmigung neuer Kredite oberhalb der Schuldenbremse für die Obama-Administration möglich, die NATO-Staaten werden folgen, China, Russland, Indien u. a. ambitionierte Staaten geraten in Zugzwang. Eine neue Runde des Wettrüstens steht bevor. Die einschlägigen Hollywood-Blockbuster der vergangenen Jahre lassen ahnen, wohin die Reise gehen soll.
Die alten Waffen haben aber noch nicht ausgedient. Am lukrativsten für die Händler des Todes ist es, sie heiß zu entsorgen, in Krisengebieten. Dann kann am „Wiederaufbau“ der zerstörten Regionen verdient werden, wenn wieder „Frieden“ ist. Vorher kommen die Schattenwirtschaften der organisierten Kriminalität noch gut dabei weg, auch die der staatlich organisierten, die outgesourcte „Sicherheits-Industrie“ sowieso. Auch die vorwiegend mit Spenden finanzierte Flüchtlingshilfe ist teilweise keine rein humanitäre Angelegenheit, sondern nicht nur für Lieferanten ein großes Geschäft.

Bei der momentanen Reise der deutschen Kanzlerin über den großen Teich ist wahrscheinlich die Ukraine-Problematik nur der Vordergrund und Medien-Köder. Hinter verschlossenen Türen spielen womöglich die Geheimverhandlungen zu TTIP (USA) und CETA (Kanada) eine ebenso große Rolle. Das ist für die Wallstreet, den Militärisch Industriellen Komplex, der ca. 50% der US-Ingenieurskapazitäten in Anspruch nimmt, man braucht sich nur die letzten SIPRI-Daten zu Gemüte zu führen, und die wieder Fahrt aufnehmende übrige US-Industrie für die kommenden 10 Jahre viel wichtiger, als der Nebenkriegsschauplatz an der russischen Grenze, der aber seine Rolle in der psychologischen Kriegsführung des $ gegen den € und den Rubel hervorragend spielt, wobei der niedrige Eurokurs vielleicht sogar eine Win-Win-Situation für beide Staaten ist. Der US-Markt ohne die Rüstungsgüter lebt vom Import, der durch den starken $ preisgünstiger wird, während bei Waffen die Rüstungskonzerne quasi Monopolisten auf dem Weltmarkt sind und die Preise diktieren. Darüber hinaus wird durch staatliche Militärhilfen an Drittländer außerhalb der NATO quer finanziert.
Für den deutschen Export ist der schwache € auch nicht schlecht.
Verlierer ist der Rubel und das ist wohl auch der Sinn der Sache – im Nebeneffekt Rache für den Yukos-Oligarchen Chodorkowski, seinerzeit der reichste Mann Russland, der durch die Beteiligung der US-Ölkonzerne ExxonMobil und Chevron Texas an Yukos sein Unternehmen zum Standbein des $ im russischen Energiemarkt zu machen versuchte – gegen Gazprom, den staatlichen Konzern.
Was dann Putin durch vorsorgliche Amputation verhinderte.
Haie fressen eben auch mal Haie, wenn es darauf ankommt.
Chodorkowski war 2003 – 2013 in russischer Haft bzw. in Lagern. Immerhin konnte er während dieser Zeit rund 6,2 Milliarden Schweizer Franken des Yukos-Konzerns auf fünf Banken in der Schweiz gegen ein Rechtshilfeersuchen Russland verteidigen.
2014 ist er im Ukraine-Konflikt wieder auf Seiten des Abendlandes gegen Russland angetreten.
rto.150210

Märkte können Krieg

Frieden machen lernen    14:                   Wer gegen wen?

Die wahren Gegner in Kriegen sind nicht Staaten, Religionen, Ideologien oder Volksgruppen, Ethnien. Schon gar nicht sind es die Kämpfer, die Soldaten, welche für diese in den Krieg ziehen müssen, es in vielen Fällen sogar scheinbar freiwillig tun. Sie hätten eigentlich überhaupt keinen Grund, sich entgegen dem stärksten Tabu von Gemeinschaften „Du sollst nicht töten!“ gegenseitig umzubringen.
Vielmehr sind es offenbar kleine Machteliten, die das größte Interesse an bewaffneten Auseinandersetzungen haben und diese minutiös organisiert anzetteln, weil sie sich Vorteile davon versprechen, ein Mehr an Macht, hauptsächlich aber einen finanziellen Vorteil.
Dafür steht ihnen ein traditionelles Regelwerk in Form von völkerrechtlichen Vereinbarungen, nationalen Verfassungen und Gesetzen, anderen ordnungspolitischen Werkzeugen sowie das gesamte Sammelsurium von Jahrtausende alten menschlichen Verhaltensweisen und -mustern zur Verfügung, mit denen sie die Straße zum Krieg pflastern können, sodass den übrigen Beteiligten nicht viel anderes übrig bleibt als in diese Richtung zu marschieren oder zu fahren. Der Motor ist Geld und geldwerter Vorteil. Die wirksamsten Werkzeuge dafür in der Moderne sind Medien.

Heute nehmen die Interessenten überwiegend aus sich selbst heraus erzeugtes Geld in die Hand, wenn sie ihre Interessen befördern wollen. Dieses mit der Geldmaschinerie der Finanzindustrie hergestellte virtuelle Geld hat sich seit der rasanten Entwicklung der Informationstechnologie (IT) exponentiell vermehrt, übertrifft das gesamte Geldvolumen der Realwirtschaft um Größenordnungen und hat infolge des bestehenden Regelwerkes einen unbändigen Bewegungsdrang, der im Bestreben seiner Besitzer besteht, es unablässig weiter aus sich heraus zu vermehren.
Dazu nötigen sie den Staat, auch viel Geld in die Hand zu nehmen.
Für „Wachstum“ und noch mehr für „Sicherheit“ nehmen momentan die Staaten das meiste Geld neu die Hand, während sie bei Gemeinschaftsaufgaben, Sozialsystemen, Zukunftsvorsorge etc. eher zurückhaltend sind, wenn sie unter Hinweis auf den hohen Schuldenstand nicht sogar reduzieren, „sparen“.
Noch ein wichtiges Detail: Das mit Geld erzeugte virtuelle Geld liefert kaum Steuern an den Staat. Wenn aber der Staat Geld in die Hand nimmt, kann das nur Steuergeld sein, es sei denn, es sind Kredite. Dann bringt ´s per se erst mal den Geldbesitzern Zinsen und trägt zur Geldvermehrung durch die gewinnorientierte Finanzindustrie bei.

Wie hoch sind die Zinsen bei Staatsschulden und wer kassiert sie?

Aber auch das Geld für „Sicherheit“ und „Wachstum“ nützt dem Gemeinwesen von Ottilie Normalverbraucher nur bedingt, wenn überhaupt. Am meisten profitiert wiederum die Finanzindustrie. (https://de.wikipedia.org/wiki/BlackRock ; https://de.wikipedia.org/wiki/Academi )

Wenn die Karawane der Weltgeschichte erst einmal in diese Richtung auf den Weg gebracht ist, fällt es schwer, sie aufzuhalten. Ab und zu muss sie zwar eine Rast einlegen, zwischendurch wird es Oasen geben, in denen ein längerer Aufenthalt möglich ist (ist so eine Zeit wirklich Frieden, wenn der Krieg woanders stattfindet?). Aber die Wüste des Krieges ist weit und jenseits gibt es neues Handelsgut als Traglast für die Kamele. Die Karawane macht sich erneut auf den Weg durch die Wüste, zurück, hin, zurück …
Die Kameltreiber können es nicht ändern, sie müssen ihr Brot verdienen.
Die reichen Händler des Todes kennen andere Wege, fliegen mit dem Privatjet oder denen des Staates und seiner Dienste. Sie nehmen das Ganze als Sport, wer am meisten verdient, hat gewonnen und darf den Preis bei der feindlichen Übernahme nennen und höhere Preise nehmen. Manche nehmen sogar den Friedensnobelpreis.
Damit es weiter Spaß macht, werden die Regeln ein klein wenig geändert und man legt beiläufig den Termin für das nächste große Spiel fest, wie gehabt.
Anno 2015 erleben wir das gerade wieder einmal hautnah und es ist mehr als unangenehm, es ist unanständig, widerlich.
Kriegsgetöse als Mediengetrommel seit einem Jahr, die stärkste Wirtschaftsmacht Europas erfüllt ihre Pflichten als Kriegsmacht nicht, trotz Versprechen des Staatspräsidenten und der Kriegsministerin auf der Regelkonferenz in München vor einem Jahr, trotz heißem Kriegsgeplänkel an der NATO-Ostgrenze und Angst machenden, medienwirksamen Gräueln in den Kriegswüsten des Morgenlandes, gewachsen in den zwei Jahrzehnten nach Ende des kalten Krieges, der in heiße Kriege mündete: Irak, Afghanistan, wieder Irak, Gaza, Gaza, Gaza, Tunesien, Libyen, Ägypten, Syrien und wieder Irak, nun Ukraine usw., usw. … , „Krieg gegen den Terror“ global, Weltkrieg.
Wie in der Finanzindustrie wirken falsche politische Weichenstellungen noch Jahrzehnte nach und allfällige Korrekturen werden immer wieder durch die Macht des Faktischen – alternativlos –, durch Sachzwänge konterkariert, solange die Prämissen nicht grundsätzlich und grundlegend geändert sind. Da können Krieg führende Regierungen auch mal ganz locker ohne Konsequenzen über eine Tobin-Steuer nachdenken und palavern, was solange nur bei ATTAC ein Thema war.

Prämissen auf drei Problemfeldern müssen geändert werden (Eugen Drewermann 2008):
–     Frieden
–     Arbeit
–     Geld, Eigentum

Es geht heute nicht mehr nur darum, wer mehr Demonstranten auf die Straße bringt, wer mehr Unterschriften für Petitionen vorweisen kann. Es geht um geänderte oder neue Regeln, die die Macht und die Privilegien von Menschen begrenzen, die ihnen von Geld verliehen werden. Methodisch können da Pilotprojekte von und für Mitglieder der Zivilgesellschaft helfen, die Frieden erproben und praktizieren lernen. Das könnte zugleich ein Mittel sein, die Jugendarbeitslosigkeit der EU-Südländer und der Schwellenländer global in den Griff zubekommen.
Es geht um eine Neuordnung von Gemeinschaft und Arbeitsteilung.

Das Drehen an einzelnen Stellschrauben einer auf Gewinnmaximierung programmierten Gesellschaft, in der „Wachstum“ allein mit dem relativen, manipulierbaren Maßstab Geld gemessen wird, wo ausschließlich die Finanzmärkte in der Medienwahrnehmung als Indikator fungieren, reicht wahrscheinlich nicht aus, um eine globalisierte Ökonomie nachhaltig unter ökologischen Prämissen zu organisieren.
Die größte Schwierigkeit der Aufgabe – der Konstruktion eines Zukunftsmodells – , besteht sicherlich darin, die drei Problemfelder zeitgleich und koordiniert in den Transformationsprozess einzubeziehen.
Die o. a. traditionellen Kämpfe auf der Straße sind aller Ehren wert und wahrscheinlich noch lange Zeit notwendig. Sie binden aber auch eine Menge Energie und viel Geld, die an anderer Stelle bitter nötig wären. Der Kampf um die Medien ist eine ambivalente Angelegenheit, ihre Ausrichtung ist von Eigentümern und Besitzern abhängig, denen häufig neben ihren finanziellen Mitteln auch ein sicherer Zugang für die Schalthebel der Macht zur Verfügung steht. Die Friedensbewegung hat viel zu wenig Geld, um sich da „einkaufen“ zu können. Sie sollte sich daher nicht im Kampf gegen Rüstung, Militär und Krieg erschöpfen, sondern vielmehr eine Balance in Bezug auf praktische Arbeit für Frieden herstellen, indem sie Projekte z.B. von gerechter Gemeinwesenarbeit u.a. initiiert, unterstützt und in ihren Medien publiziert, damit sie sich regional untereinander vernetzen können.

Ein Ziel könnte sein zu erreichen, dass man für Geld nicht mehr alles kaufen kann.
Fangen wir mit den Naturressourcen an. In einer globalisierten Welt können sie kein handelbares Eigentum und Quelle von Geld-Reichtum mehr sein. Machen wir sie zu Allmende, schrittweise.
Stellen wir sie – als Fernziel – unter die Verwaltung der Völkerversammlung. Machen wir sie zum Wertanker für die Finanzierung der Vereinten Nationen und reformieren wir diese grundlegend. (http://www.unfor.info/ Dr. Klaus Schlichtmann)
Definieren wir Wohlstand jenseits von Reichtum neu.
Dann hat der Frieden eine Chance.
Menschen können Frieden.                            rto.150120,24,30;0201,02

Tricky Money

Frieden machen lernen    13:                   Geld und sein Wesen

Preis und Wert – Das Wesen von Geld ist seine Funktionalität. Geld täuscht einen Wert vor, hält aber nicht, was es verspricht. Es hat heute kaum mehr eigenen Wert. Aber man kann Dinge von Wert damit kaufen.
Die Täuschung geht von der Zahl aus, die auf Geld steht, auf dem Schein oder der Münze. Eine Zahl ist absolut, mit ihr kann jeder rechnen, einfach rechnen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, dass sie/er gerade Gleichungen ersten Grades mit einer Unbekannten löst. Das wäre ja Mathematik.
Mathe mögen die meisten Menschen nicht. Sie haben daran ungute Erinnerungen aus der Schulzeit. Rechnen können fast alle, 1 und 1 zusammenzählen. Für mehr benötigen heute immer mehr Menschen Taschenrechner oder Mobiltelefone, merkwürdigerweise.
Symbolik – Das Wesentliche von Geld ist das zweite Symbol darauf, das Währungssymbol –, wie €, $ oder andere. Das Symbol macht Geld zur Rechnung in einem Handel und bezeichnet zugleich seinen Preis.
Preise sind relativ, variabel, manipulierbar. Der Preis macht Geld zu einer Ware, macht es handelbar, macht es zum Objekt der Begierde und der Ökonomen, die aber nicht Ökonomie betreiben, sondern Chrematistik (Aristoteles), die Kunst, Reichtum zu erlangen.
Ökonomen und Krämerseelen – in Krämer steckt bei den Deutschen derselbe Wortstamm wie bei den Griechen in Chrematistik – machen Geld zur Religion, zur Glaubenssache. Daher arbeiten die meisten Ökonomen auch nicht in Universitäten und Hochschulen, wie sich das für ordentliche Wissenschaftler gehören würde, sondern in Banken, Versicherungen, anderen großen Unternehmen, auch der Realwirtschaft und in staatlichen Institutionen, die irgend etwas mit Geld zu tun haben.
Es gibt einen alten Witz aus DDR-Zeiten: „Schick zwei Ökonomen in die Wüste. Lange passiert erst mal gar nichts, aber dann … , ganz allmählich wird der Sand knapp.“
Zum Schaden dritter – Im Finanzkapitalismus passiert etwas anderes, das Geld wird mehr. Denn dort mögen Ökonomen Mathe und lieben sie neuerdings geradezu. Sie stellen Mathematiker und andere echte Naturwissenschaftler an und machen sie zu „Quants“, Spezialisten für Chrematistik, die aus Geld immer mehr Geld machen können – die reinen Zauberer. Sie benutzen dafür Wahrscheinlichkeitsrechnung und andere Formen der höheren Mathematik, und sie benutzen Computer, IT.
Sie verleihen den „Gesetzen“ des Marktes Wissenschaftlichkeit durch komplizierte Formeln, einen Anschein von Wissenschaft, einen wissenschaftlichen Anstrich. Aber exakt ist diese Art von Wissenschaft keineswegs, denn die Ziffern in ihren Gleichungen, Statistiken und Grafiken, die sie veröffentlichen, sind keine Zahlen, sind nicht absolut. Sie enthalten alle das zweite, das Währungssymbol. Damit stehen die Ziffern in den Tabellen nicht für sich, sondern sind relativ, sind Variablen. Genau wie die scheinbaren Zahlen auf den Geldscheinen, den Münzen, den Rechnungen, den Kostenvoranschlägen, Steuerbescheiden, der Order an den Börsen, der Eingabe im Computer, wenn sie Geldbeträge symbolisieren.
Alle sind willkürlich beeinflusst und manipulierbar, Regeländerungen sind die Regel, und wer die Möglichkeit und die Macht hat, Regeln zu ändern, kann das zu seinem Vorteil, zum Vorteil seiner Familie, Clique, seines Clans, seiner Geschäftspartner etc. tun. Beständigem Missbrauch sind Tür und Tor geöffnet, bei Geld hört nicht nur die Freundschaft auf, auch von Demokratie kann überhaupt keine Rede sein, solange sich Menschen kaufen und verkaufen lassen – und kaufen lassen sie sich, ein Politiker ist auch nur ein Mensch. Nur der dicke Kanzler war ein Ehrenmann, er hat keinen verraten.
Kollaborateure – Daher sind auch Geisteswissenschaftler hilfreiche Partner der Finanzwirtschaft. Psychologie und Philosophen sind unerlässlich zur Manipulation von Preisen und Kursen, Semantik ist ein erfolgversprechendes Werkzeug zur Steuerung von Konsumverhalten und zu der Kauflust von Kleinanlegern für „Finanzprodukte“.
Wenn Freiheit in erster Linie die Freiheit des Geldes ist, mit der es Grenzen überwindet, um sich zu vermehren resp. um vermehrt zu werden – und wenn arme Menschen viel, viel Geld zahlen, sich verschulden müssen, um solche Freiheit, Grenzen zu überwinden, für sich oft unter Lebensgefahr zu realisieren, damit sie Verfolgung entkommen oder einfach nur ein unerträgliches Leben gegen ein besseres eintauschen wollen -, wenn sie dann abgewiesen, abgedrängt, eingesperrt und kurzerhand wieder abgeschoben werden, auf ihren Schulden sitzen bleiben und den kriminellen Schlepperbanden erneut ausgeliefert werden, wo bleibt da die Gleichheit – von der Brüderlichkeit erst gar nicht zu reden.
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – das waren einmal Maximen, die das alte Europa berühmt gemacht haben. Heute scheinen sie zu Worthülsen und Phrasen verkommen zu sein.
Die gegenwärtige Debatte im neuen Europa ist an Heuchelei nicht mehr zu überbieten und auch das christliche Abendland jenseits der Ozeane macht seinem Namen keine Ehre, nach und nach wird es zappenduster und von nirgendwo kommt ein Lichtlein her.
Wer macht die Preise? – Das ist die Gretchenfrage. Wer manipuliert die Preise? Warum ändern sie sich fortwährend? An der Tankstelle mehrmals am Tag, im Börsencomputer innerhalb von Millisekunden noch während der Kauforder durch den Broker, gesteuert durch von „Quants“ entwickelte Software, durch automatisierte Algorithmen.
Warum fließt Geld wie Wasser am Ende immer dahin, wo schon das meiste ist? In private Taschen weniger.
Die Antworten sind ebenso einfach wie komplex. Die Preise macht der Verkäufer und ein Heer von Helfern wird bezahlt, um sie zu manipulieren. Das Geschäft ist so lukrativ, dass die Kosten für die vielen Helfer sich hundertfach amortisieren. Die Masse der Konsumenten zahlt alles mit ihrer Arbeit. Die Entgelte aber sind ungleich verteilt.
Löhne sind Preise für Arbeit. Gerade wurden sie in Deutschland wieder kräftig manipuliert, Es wird sich schnell herausstellen, wer am meisten davon profitiert. Sicher nicht die Langzeitarbeitslosen und die anderen Verlierer der Agenda 2010.
Alle könnten verlieren – Es gab eine Zeit der ungefähren Balance, da waren die Gewinne der einen in etwa die Verluste der anderen und insgesamt hatten alle etwas von der technologischen Entwicklung. Seit die Finanzwirtschaft dank der Arbeiterverräter der ehemaligen Arbeiterpartei und einer zu Kriegsbefürwortern mutierten Ökopartei die Oberhand über die Realwirtschaft gewonnen hat, kann man sich dessen nicht mehr sicher sein.
In den neuen Krisen können alle nur noch verlieren. Doch es gibt einen eklatanten Unterschied. Einem Milliardär geht es mit 500 Millionen auch noch sehr gut, weil sein Geldvermögen sowieso nur virtuell ist. Eine alleinerziehende Mutter aber kann mit der Hälfte des Einkommens ihre Kinder vielleicht gerade noch ernähren. Was deren Lebenschancen betrifft, wird ihr jedoch weder Gleichberechtigung noch Emanzipation etwas nützen, zum Leben bleibt einfach zu wenig übrig.
Der Absturz eines großen Teils der Wohlsituierten mit Schulden, wie sie für die Mittelschicht heute durchaus üblich sind, in prekäre Verhältnisse wäre genauso programmiert.
Wir müssen endlich beginnen, neue Regeln für Geld, Arbeit, Eigentum und Natur-Ressourcen auszuprobieren. So, vielleicht nur so könnte Frieden werden, Gerechtigkeit wird etwas länger dauern.                                  rto.150106

2014 vor Weihnachten – Haben wir noch Zeit?

http://www.deutschlandfunk.de/themenwoche-ware-welt-oekonomisierung-und-moralischer-wandel.1184.de.html?dram:article_id=301617?xtor=AD-53-%5B%5D-%5B%5D-%5B%5D-%5Bhttp://www.deutschlandfunk.de/themenwoche-ware-welt.2266.de.html%5D-%5B%5D-%5B%5D

Ökonomisierung und moralischer Wandel
Ein Essay von Dominic Akyel

… Der Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung forscht über den Wandel von Märkten und ist Autor mehrerer Publikationen zur Ökonomisierungstheorie. …


Die Debatte um die Ökonomisierung berührt somit elementare Fragen nach den Grundprinzipien unseres sozialen Zusammenlebens. Um sicherzustellen, dass Politik, Wissenschaft und Kultur auch in Zukunft ihre eigentlichen Funktionen erfüllen können, scheint es sinnvoll, den Geltungsbereich der Marktkräfte zu begrenzen. Sonst könnte an die Stelle einer solidarischen Gesellschaft irgendwann ein allumfassender Markt treten, auf dem sich die Menschen nur noch als Vertragspartner in einem Tausch von Gütern und Leistungen begegnen. …

Haben wir etwa eine solidarische Gesellschaft? Habe ich was verpasst?
Der Autor konstatiert einen Zustand, der allenfalls Zielvorstellung einer anstehenden Transformation sein kann. Dieses Ziel ist im Detail noch nicht einmal formuliert. Die Wirklichkeit entspricht doch eher dem, was er befürchtet. Und die Befürchtung ist nicht exakt beschrieben, wenn er Tausch mit Handel verwechselt.

Der letzte Absatz dieses Essays belegt neuerdings wieder einmal die Unreife, ja die Unwissenschaftlichkeit der gegenwärtigen akademischen ökonomischen Lehre (Arno Peters).
Es braucht einen aber nicht zu wundern, der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften wird ja nicht aus der Nobel-Stiftung, sondern von der Schwedischen Reichsbank bezahlt, die Jury ist dementsprechend.
Da waren Aristoteles und David Ricardo schon mal weiter, zuletzt John Maynard Keynes. Arno Peters hat das 1995 in Palermo auf Einladung des Gramsci-Institutes, der Universität und des Goethe-Institutes überzeugend vorgetragen.
Güter und Leistungen werden ja nicht wertgleich getauscht, es gibt noch keine Vereinbarung über einen absoluten Wertmaßstab für Arbeit, der das möglich machen würde. Produzierte Güter und Dienstleistungen werden profitabel gehandelt, das ist eine völlig andere Welt. Preise sind keine ‚Tauschwerte‘, Preise sind relativ, sind durch Angebot und Nachfrage manipulierbar, weil allen Ökonomiestudenten glauben gemacht wird, Angebot und Nachfrage wären die Ursache für die Preisschwankungen am Markt. Schon Ricardo hatte das widerlegt. Wenn so ein Student dann am Ende Professor wird, bringt er das wiederum seinen Studenten bei und alle glauben an diesen Mythos. Das geht soweit, führte dazu, dass sogar sonst kluge Weltverbesserer heute glauben, sie könnten durch Konsumverzicht dieses System ändern, ein bedingungsloses Grundeinkommen würde bewirken, dass alle von der Marktwirtschaft profitieren und das Drehen an ein paar Stellschrauben, das Ändern von einigen wenigen Geldregeln würde automatisch zum Frieden auf Erden führen. Nicht, dass diese Dinge nicht notwendig wären, aber sie werden allein nicht reichen.

Extrem wirkt sich dieses Problem dann aus, wenn Geld und seine Derivate zu Waren gemacht und auf den „Märkten“, den Finanzmärkten gehandelt werden, zu manipulierten Preisen natürlich, psychologisch manipulierten Kursen. Denn Finanzmärkte meinen Ökonomen und Politiker unisono, wenn sie von „Märkten“ reden. Dort ist das gehandelte Geldvolumen dank IT inzwischen tausend- bis hunderttausend-mal größer, als auf den Handelsplätzen der Realwirtschaft, je nach Tagesform. Und bei jeder Transaktion fällt neu aus sich heraus erzeugtes Geld an, Provision, Honorar etc. pp., Geld wird nicht nur von Zentral- und Notenbanken erzeugt, per Mausklick, gedruckt wird nur noch relativ wenig.

Das Perverse und der Systemfehler der Marktwirtschaft ist, dass mit diesem virtuellen, extrem verfälschten Geld in den kleinen Stückelungen genauso in der Realwirtschaft eingekauft werden kann, wie es die „Harz4er“ mit ihren paar Kröten aus dem Portemonnaie im Discounter tun, um zu überleben.

Wenn die Realwirtschaft quantitativ scheinbar auch nur noch eine Bedeutung von maximal 0,1% hat, was die Möglichkeiten für Bereicherung betrifft (Aristoteles sprach von Chrematistik und stellte sie als verwerflich der Ökonomie gegenüber), so ist ihr Einfluss auf die Lebensverhältnisse, also das Verhalten der Vielen, ungleich größer. Psychologisch interessieren die Preise im Supermarkt Ottilie Normalverbraucher natürlich viel, viel mehr, als die Börsenkurse oder Devisenpreise. Doch jedes hängt mit Jedem zusammen. Der Discounter zahlt seine Lieferanten erst nach Wochen und vermehrt das Geld zwischendurch an der Börse, manchmal geht das schief und er macht Pleite. Das freut den Konkurrenten, die Anwälte und den Insolvenzverwalter.
Finanzmarkt ist ohne produktive Sphäre überhaupt nicht denkbar, auch wenn die Hochglanzprospekte der Banken heute ihre Verführ-Angebote für den Kleinaktionär als „Finanzprodukte“ anpreisen und Finanzdienstleistungen sogar statistisch ins BIP eingehen. Noch nie hat einer jemals dem Geld zusehen können, wie es „gearbeitet“ hat und essen kann man es schon gar nicht.

Andererseits wird in der Realwirtschaft aber genauso spekuliert, wie an den Finanzmärkten, nicht nur weil dort jede Investition, auch der Produktionsprozess samt Rohmaterial und Arbeitskosten ebenfalls durch Kredite vorfinanziert werden, die Zinsen und Rückzahlungen in der Gewinnrechnung bei der Preiskalkulation zu berücksichtigen sind. Nein, jeder Unternehmer, ob klein, mittel oder groß, spekuliert auch darauf, dass sein Produkt beim Handel reüssiert, der Verkauf nicht nur seine Kosten deckt, sondern einen ordentlichen Gewinn abwirft, ihn vielleicht sogar reich macht, und so lässt er erst mal produzieren. In über der Hälfte der Fälle muss diese Spekulation sogar funktionieren, sonst würde kein Unternehmer mehr was unternehmen, unten nehmen können auch nicht. Das Lukrativste ist der Handel mit Unternehmen einschließlich feindlicher Übernahmen und die Spekulation damit an den Aktienmärkten, das kommt gleich nach Krieg, der ist ein Spezialkapitel der Konsumwirtschaft und Ressourcenverschwendung.

Die Märkte waren noch nie moralisch, tausende Jahre lang. 2379v wurde in Sumer (Mesopotamien, heute Irak) ein Gesetz über Höchstzinsen erlassen, 25% für Silbergeld, 33% für Warenkredite. Kreditbriefe daselbst datieren von 2374v, 5 Jahre später. Arm und Reich, Handel gab es lange vorher. Vor tausend Jahren 1024n erfanden Chinesen das Papiergeld, nicht Mephisto in Faust II.

Diese Märkte in eine nicht Angebots- sondern Bedarfsorientierte, an den Grundbedürfnissen ausgerichtete globale Gemeinwesen-Ökonomie zu transformieren – lokal kann nur Pilotprojekt sein, generell geht es nur global – wird entsprechend lange dauern, 100 Jahre sind dafür sehr niedrig angesetzt. Haben wir noch soviel Zeit?
dwnld,format&kommentar rto.141219,21,22