E i n i g t – E u c h !

Friedenmachen lernen    17:                    Nachdenken – Vordenken

„Empört Euch!“ ist nicht mehr aktuell, es hat nicht viel gebracht, bringt immer weniger und wird auch in Zukunft nicht viel bringen.

Die Banken sind nicht die Bösen, die Griechen sind es auch nicht, nicht die Troika, nicht die Kommunisten, nicht der Kapitalismus, die Nazis, die Stasi, die CIA und die NSA, nicht PEGIDA und auch nicht OCCUPY oder wer auch immer, sie alle sind nicht schuld an unserer Misere. Nicht schuldig!

Denn das alles, diese Ismen, Begriffe, Worthülsen, diese Schlagworte und Totschlagargumente sind wir, hinter all dem stecken Menschen wie Du und ich, wir Menschen stecken dahinter, denken uns so etwas aus.

Vor zehntausend Jahren, es kann auch noch länger her sein, ist das Menschenkind in den Brunnen gefallen und hat dann fünftausend Jahre – vielleicht noch länger? – dort gelegen.
Seitdem sagen wir Menschen, das ist so, so muss das. Das ist das Gesetz.

Noch heute liegt das Kind im Brunnen, Leichen im Keller kamen dazu.

Wir haben damals die Erde in Besitz genommen und glauben bis heute, sie wäre unser Eigentum. Wir sagten uns das und schrieben es irgendwann auch auf:
Gott hat sie uns gegeben!
Gott ist ein Herr, ist der Herr – und dem Herrn müssen wir gehorchen. Er ist das Gesetz. Das Gesetz muss erfüllt werden, das ist so.
Wer das Gesetz nicht befolgt, wer es übertritt, der wird bestraft. Der muss in der Hölle schmoren.

Auch der Kaiser ist ein Herr, ein Herrscher. Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist. Er hatte Gewalt über uns, wie Gott. Er wurde oder hat sich als Herrscher gekrönt, mit Gottes Hilfe. Er machte Gesetze und bestrafte uns kleine Menschen, wenn wir das Gesetz nicht befolgten. So ist das.

Irgendwann kam dann Demokratie -, Volksherrschaft? Kann Volk ein Herr sein?
Volkseigentum! Geht ´s noch?
Lassen wir das. Sehen wir das Gesellschaftsexperiment „Volksdemokratie“ doch endgültig als gescheitert an und überlassen es der Geschichtsschreibung.

Die Erfinder der Demokratie waren kluge Bauern, Ackerbürger, sie lebten in Städten, z.B. in Athen. Frauen, Sklaven und Handwerker ohne Grundbesitz, die auf den Höfen zur Miete wohnten, ließen sie außen vor und sagten: Die Herren der Stadt, der Polis, sind jetzt wir, machen wir Politik, Stadtangelegenheiten regeln. Lasst uns Gesetze machen, lasst uns darüber abstimmen, die Mehrheit bestimmt, wer das Recht auf seiner Seite hat, wem die Erde gehört, wessen Eigentum sie ist. Lasst uns Sklaven, Frauen, Handwerker, aber auch unsereins bestrafen, wenn das Gesetz übertreten wird. Wenn Eigentum gestohlen wird, müssen die Strafen am härtesten sein. So war es, so ist es, so muss es sein.

Die Erfinder der Demokratie waren Griechen, sehr kluge Leute, damals -, reiche Bauern.
Ihre Widersacher waren noch reicher, hatten noch viel mehr Grundbesitz als Eigentum, wohnten nicht in der Stadt, sondern auf befestigten Schlössern, ließen Sklaven für sich arbeiten, eigene Knechte und gekaufte Söldner für sich kämpfen, waren richtig große Herren, Oligarchen eben, wie Odysseus mal einer war, sagenhaft.
Gibt ´s auch heute noch, in Griechenland und anderswo.
Reiche Bauern gibt es heute in Griechenland kaum noch, auch sonst gibt es viel Armut und viel Elend, in Griechenland und anderswo.

Irgendwie hat das auch nicht so richtig funktioniert, das mit der Demokratie.

Aristoteles, damals ein sehr, sehr kluger griechischer Gelehrter und Philosoph mit Migrationshintergrund, er stammte nicht aus Athen, seinem Hauptwirkungsort, hielt anno 342v nicht gerade viel von Demokratie und wurde 10 Jahre später folgerichtig zum Lehrer und Erzieher des makedonischen Thronfolgers Alexander, der später der Große genannt wurde, weil er als Feldherr so erfolgreich war.
Demokratie als Staatsform wurde fürs Erste dann mehr als 2000 Jahre lang nicht mehr praktiziert. Als freier Demokrat konnte man nach den griechischen Ursprüngen lange, lange nicht reich werden, das funktioniert erst heute wieder.
Die Gründe dafür sind Eigentum und die Gesetze dafür – das Kind, welches in der Steinzeit in den Brunnen fiel und heute noch im Argen liegt.
Wir Menschen halten unser egoistisches Steinzeitverhalten inzwischen für durch ein Naturgesetz begründet und bemühen uns überhaupt nicht, es zu ändern. Wir versuchen nur, etwas daraus zu machen, durch weitere Regeln und Gesetzestexte in dieser Richtung, sowie durch Ethik, Moral und Charity, die allesamt zur Lösung des Problems nicht beitragen, unwirksam sind, sondern oft das Problem eher verschärfen oder selbst zum Problem werden.

Dabei ist die Erde gar nicht unser Eigentum. Wir benötigen weder Gewalt als Daseinskampf, noch Waffen, Militär und Kriege, in denen wir uns gegenseitig umbringen, wenn wir uns um vermeintliches Eigentum als Beute – Ausbeutung hat da seinen Ursprung – streiten.

Wir sollten endlich unser Gehirn, das uns von der Evolution, von Gott, von wem auch immer so vorzüglich ausgerüstet wurde, zum Denken gebrauchen und nicht dafür, immer mehr Geld anhäufen zu wollen.
Wirtschaftswachstum, in Geld gemessen, ist nichts natürliches, ist eine falsche Regel, die zu Bereicherung anstiftet (Chrematistik, siehe Aristoteles), nicht zu chancengleicher Teilhabe an der nachhaltigen, ökologisch integrierten Nutzung der natürlichen Ressourcen zur Befriedigung der Grundbedürfnisse aller als Menschenrecht, im Einklang mit allen Lebewesen auf dem Planeten.

Empörung reicht nicht, wir müssen uns einigen – auf neue Regeln, die Friedenmachen möglich werden lassen.
Konflikte sind dann womöglich immer noch ubiquitär, Mediation nach wie vor eine notwendige Profession. Aber Frieden wäre nicht Endziel nach langer quälender Sisyphos-Arbeit, sondern der Weg, wenn als Prämisse Rüstungsindustrie, Militär und Waffenhandel abgeschafft sind.

Mit Gutmenschentum hat das nichts zu tun, eher mit Denken, mit Ratio – das bedeutet u.a. auch Rechnung, Berechnung. Computer sind uns da eine große Hilfe, die alten Griechen hatten so etwas noch nicht.
Dann sollte es bei uns nun endlich auch mal klappen mit der Demokratie.
rto.150322,0416

SOS von „Terra Mare“

Friedenmachen lernen aktuell: Ostermarsch 2015 – Die Uhr tickt.

„Natürliche“ Entwicklungen sind auf der Erde von Zeit zu Zeit bei der Evolution spontan ewig lange in eine falsche Richtung gelaufen. Am Ende stand immer das Aussterben von Arten.
Das geläufigste Beispiel sind die Dinosaurier. Da waren 170 Millionen Jahre Stirb und Werde-Arbeit vergeblich, umsonst. Die Dinos sind nicht mehr da, dumm gelaufen.
Es gibt noch Einzelexemplare, lebende Fossilien, warnende Beispiele.
Andere Forscher meinen, ein paar hätten überlebt, weil sie nicht so groß gewachsen wären und sich zu Vögeln spezialisiert hätten. Sie legen heute noch Eier, erfreuen uns sonntags zum Frühstück und – sie haben uns gezeigt, wie man das Fliegen lernt. Das war gut so. Prima!

Herrschsüchtige Vertreter unserer Art locken und peitschen unser Verhalten als Menschen seit ein paar tausend Jahren in eine falsche Richtung, die unserem wunderbaren Raumschiff „Terra Mare“, zu deutsch „Blauwassererde“, mit dem wir durch das Weltall segeln, gar nicht mehr gut bekommt. Die Hülle wird löchrig und erhitzt sich zu stark, die Wasser werden steigen, ganze Küstenvölker werden sich auf Wanderschaft begeben müssen und ein anderes Zuhause suchen, wie damals die Hebräer in Ägypten. Aber immer noch ist die große Masse Mensch in stillschweigendem Einverständnis dabei und macht mit im alten Trott.

Wenn wir da etwas ändern wollen, werden Spendenaktionen, Charity, Beten oder auch Kampf bis aufs Messer nicht mehr viel helfen.

Wir sollten es einmal gemeinschaftlich mit bewusst geändertem kollektivem Verhalten versuchen, mit Teamarbeit, mit Kooperation unter Anleitung von Wissenden und uns gegenseitig helfen, statt uns ständig Knüppel zwischen die Beine zu werfen oder uns gar die Köpfe damit einzuschlagen.
Das hätte wenig mit Gutmenschentum und viel mit Selbsterhaltung zu tun.
Wenn wir Vielen anfangen, in eine andere Richtung als bisher zu denken, wird uns nach und nach immer mehr dazu einfallen. Wir werden neue Regeln aufstellen, vereinbaren und ausprobieren.

Wir sind doch Menschen, sind Schöpfer, gottgleich.
Der Sage nach soll er uns einstmals nach seinem Bilde geschaffen und dann verboten haben, Bilder von ihm zu machen. Doch vorher hatte er schon gesagt, seid fruchtbar und vermehrt euch, nur der Baum der Erkenntnis stand als Test davor. Seitdem sind wir fast sieben Milliarden Abbilder von ihm geworden.
Offenbar läuft nicht nur in der Evolution manchmal etwas schief, das war schon bei der Schöpfung so. Und wir müssen es wieder ausbaden – oder wir müssen uns ändern. Das wäre ganz gut – ist eine Aufgabe.                                                                                         rto.150405

D E A L

Friedenmachen lernen                   aktuell:                                   Soli for Greece

Frau Minister von der Leyen, Herr Minister Gabriel, Herr Minister Steinmeier, Herr Minister Schäuble,
Ihrer aller große Erfahrung, politische und soziale Kompetenz, Ihr Einfluss und viel guter Wille ist gefragt, um das Europäische Haus vor erheblichem Schaden zu bewahren.

5 Jahre fehlerhafte Finanzpolitik, methodisch experimentell angelegt, um am Beispiel der kleinen Volkswirtschaft Griechenland Werkzeuge zu entwickeln und auszuprobieren, mit denen dann an wesentlich größeren Brocken die fatalen Folgen der globalen Staatsschuldenkrise gehandelt, managed werden könnten, sind voll in die Hose gegangen.
Die reichen Griechen, aber auch reiche deutsche wie französische Banken und offizielle Investmentbanken, Schattenbanken und dubiose Finanznetzwerke von Wallstreet und London City haben nicht synchron mitgespielt, im Gegenteil, sie haben ihre Schäfchen weiter ins Trockene gebracht. Die armen Griechen sind nun ärmer als je zuvor und mehr sind es auch geworden, nun haben sie die Nase voll und die Notbremse gezogen, wollen das böse Spiel nicht mehr mitspielen, weil ihnen das ganze Mittelmeer bis zum Halse steht, sie sind am Absaufen.
Es wäre perfide, sie zu bestrafen und per Zwangsräumung (wie geplant?) aus dem Europäischen Haus zu werfen.

Die in Relation zu den Riesensummen – Billionen (nicht billions) –, welche die EZB gerade per Mausklick in die Finanzmärkte pumpt, ziemlich mickrigen Liquiditätsprobleme Griechenlands sind leicht zu lösen, zumal ein Staat ja nicht wirklich auf Dauer Pleite gehen kann – Banken schon.
Staaten benötigen lediglich ein bisschen Krieg oder ähnliches, ein Bisschen, einen kleinen Happen, eine Aufrüstungsperiode reicht eigentlich, schon kommt die Wirtschaft in Schwung, schon sprudeln die Steuern wieder kräftiger, die Börsenkurse steigen und es wird richtig Geld verdient. Das passiert gerade in den USA und in Europa. Soll das arme kleine Griechenland davon ausgeschlossen werden? Das wäre so gemein. Die haben doch schon genug gelitten.

Frau Minister hat kürzlich sogar die Blaupause für den Deal geliefert, den wir vorschlagen. In einer sehr praxisrelevanten Verfahrensweise hat sie den klammen Kurden in Kobane unbürokratisch mit wehrtechnischen Naturalien ausgeholfen, ohne auf den Pfennig zu sehen. Der Nachschub für die Bundeswehr ist ja auch versprochen, nicht wahr, Herr Finanzminister?
Das heikle Thema der Waffenlieferung in Krisengebiete spielt bei unserem Vorschlag natürlicherweise auch eine Rolle und wir sind Frau Minister außerordentlich dankbar, dass sie einen Weg an den Genehmigungsgremien vorbei aufgezeigt hat, ein Präzedenzfall, auf den wir uns gerne beziehen werden.

Wir schlagen vor, die vier sauteuren deutschen U-Boote im Werte von 2,85 Mrd. € ( http://www.spiegel.de/politik/ausland/deutscher-u-boot-deal-belastet-griechischen-ex-minister-tsochatzopoulos-a-826870.html ), die sich, nach einer Millionen-Bestechung des damals zuständigen griechischen Minister durch deutsche Firmen, der griechische Staat versehentlich geleistet hat, durch Frau Minister in Kommission zu nehmen und in einem als Bedingung für die Probezeit zu vereinbarendem TTIP-Probelauf zollfrei den USA anzubieten. Die könnten sie statt der üblichen Dollar in Naturalien als ihre routinemäßige US-Militärhilfe nach folgendem Verteiler weitergeben:
–     zwei an Israel, da gibt es diesen Typ 214 in einer anderen Variante sowieso schon,
–     eins an Ägypten,
–     eins an die Ukraine.
Die beiden letzteren haben noch keine Erfahrung mit solch deutscher Hochtechnologie und benötigen entsprechendes Service-Personal wie gehabt (die Peschmerga haben auch Ausbilder zu den deutschen panzerbrechenden Waffen bekommen, sehr zum Leidwesen des NATO-Partners Türkei; über das Geschenk an die Ukraine würde sich Herr Putin gleichermaßen freuen, deshalb noch die folgende Bedingung quasi als NATO-Pilotprojekt für das Morgenland):
Die 4 U-Boote verbleiben mit gemischtem Bordpersonal unter NATO-Kommando auf NATO-Kosten in ihrer Basis in Griechenland und patrouillieren vor der libanesischen Küste und am Horn von Afrika statt der bisherigen deutschen Schiffe, unsere Jungs und Mädels können endlich wieder nach Hause zu ihren Familien, Frau Minister, ganz in Ihrem Sinne einer familienfreundlichen Armee.

Der ganze Deal könnte ohne großen Aufwand mit ein paar Federstrichen, Mausklicks oder WischiWaschi am Touchscreen über die Bühne gehen.
So wäre allen geholfen, mit dem Erlös aus dem Kommissionsgeschäft kann Herr Minister Varoufakis seine von der Troika geschassten Putzfrauen für das griechische Finanzministerium wieder einstellen, ihnen den deutschen Mindestlohn zahlen und auch eine ausreichende Altersvorsorge gewährleisten. Das wäre doch was, Frau ehemalige Sozialministerin, oder war es doch Familie?
Außen- und Wirtschaftsminister werden Ihnen zu Gefallen den Deal mit ihren einschlägigen langjährigen Erfahrungen doch sicher gerne flankierend begleiten.
Beste Erfolgswünsche und pazifistische Grüße für das Team,
mit vorzüglicher Hochachtung,
die kritischen europäischen Bürger von Netzwerk III.                                                            rto.150316

Internationaler Frauentag

Friedenmachen lernen                 aktuell:                        Grußadresse 8. März

Frauen gebären unter Schmerzen Kinder und verlieren sie im Krieg unter noch größeren Schmerzen. Worin liegt da ein Sinn?

Frauen lassen zu, dass Männer, die ihnen mit Lust und Vergnügen Kinder gemacht haben, danach Krieg machen und die Kinder wieder wegnehmen. Ist das vernünftig?

Das muss sich ändern. Lasst uns zusammen Friedenmachen lernen!

Die Menschen, vor allem die Verantwortlichen – Investoren, Politiker, Wissenschaftler u. a. -; wissen sehr wohl, dass diese Angelegenheiten bzgl. Militär, Wettrüsten und Krieg, wie sie sie betreiben, falsch laufen, falsch gemacht werden.
Aber die Gegenspieler, die Frieden wollen, die vielen, vielen Menschen, die vernünftig denken können, trauen sich noch nicht zu, Frieden einfach zu machen. Weil es Krieg gegeben hat, solange es Menschheit gibt.

Es müssen sich endlich genügend Leute finden, die versuchen, das richtig zu machen, was bisher falsch gemacht wird.
Auch wenn es nicht gleich funktioniert, wir müssen es zusammen immer noch einmal versuchen, bis es gelingt.

Krieg ist der schlechteste aller Lösungsversuche für Interessenkonflikte, er ist nie eine Lösung – er ist immer das eigentliche Problem. Er muss einfach abgeschafft werden. Victor Hugo (1802-1885) hat es schon vor den ganz großen Kriegen des 20. Jahrhunderts für uns aufgeschrieben: „Schafft die Gewaltherrschaft ab – indem ihr das Heer abschafft (das Militär; rto.) !“

Frauen könnten helfen. Soldatinnen, – eine Kriegsministerin –, sind Widersprüche in sich.
Früher habe ich einmal geschrieben „Verteidigungsminister müsste ein Frau sein, drei Söhne an vorderster Front“ … , es war mein Irrtum zu glauben, dass sich dann etwas ändern würde. Jetzt haben wir den Salat.

Frauen guten Willens, Ihr alle, lasst es Euch nicht mehr gefallen – macht Frieden!

Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass der erste Schritt auf dem Wege Zum ewigen Frieden (Immanuel Kant 1724-1804, Reclam Stuttgart 1993, Universalbibliothek Nr. 1501)) der feste Wille und ein Zeitplan ist, mit dem Waffenhandel, Söldner, Soldaten, Militär, Krieg und zuletzt alle Kriegswaffen sukzessive abgeschafft werden.   101_104Kriegetc   (Tom C. Zak, Melange mit Sahne, BS-Verlag Rostock 2014)                                                         rto.150308

Wer ist wir?

Friedenmachen lernen      16:                                Zwischenbilanz

Kämpfen ist legitim – Töten nicht.
Kampf muss jeweils ein Ende haben, Siegen wollen sei verpönt.

Ruhe in Frieden! – ein frommer Wunsch danach.
Bewegung ist Leben ist Bewegung, Tätig sein sei normal.

Arbeit – Quelle von Wohlstand.

Viel Arbeit gegen wenig Geld    = (ist gleich)     Viel Geld bei Wenigen.
So entsteht Reichtum, der mit Wohlstand für alle wenig zu tun hat .

Als erfolgreich gilt, wer für wenig Arbeit viel Geld erhält – Wieso?

Wenn Arme es tun, gilt es als Diebstahl und wird als Eigentumsdelikt wesentlich härter bestraft, als manch anderes Verbrechen – Kein Vergleich mit Untaten von Soldaten im Krieg.
Bei Reichen ist es legal, so sind die Regeln.

Diese Regeln müssen wir ändern.

Wer ist wir?
Alle sind Wir, alle, die es wollen, einiges dafür tun und ansonsten bezweifeln, dass Geldreichtum etwas mit Wohlstand für alle zu tun hat, dass Wirtschaftswachstum, in Geld gemessen, eine Bedingung dafür wäre. Natürliches Wachstum erfolgt periodisch, es gibt Frühling, Sommer, Herbst und Winter, nur aus Samen wächst eine Ernte.
Arbeit gibt es jederzeit in Hülle und Fülle, Arbeitslosigkeit ist der Natur fremd.
Der Wertanker für Geld sei Arbeit.

In Frieden arbeiten, in Wohlstand lange leben sei unser Ziel.

Der Weg? – Friedenmachen lernen!                   rto.150226,28, 0301,02

Märzgefallene (Link zum Beitragsbild (MÄRZ)

Märchen müssen sein

Friedenmachen lernen    15:                                         Olympia mal anders

Und es begab sich aber zu der Zeit, dass die alten Griechen vor lauter Krieg nicht mehr weiter wussten und ihre Frauen zu Hause der Priester und alten Männer überdrüssig geworden waren. Da kamen die Frauen auf dem Markt zusammen und beratschlagten, was nun werden solle.
So entstand die Demokratie.
Am dritten Markttag danach hatte die schöne Olympia eine Idee. Sie war in ihrer Jugend Tempeldienerin gewesen und heiratete danach einen ihrer Kunden. Das war ein wohlhabender Ackerbürger. Die Beziehung zu den olympischen Priestern hatte sie nie aufgegeben. Die Familie profitierte von den Informationen aus dem Olymp.
Mit ihren Freundinnen beschloss sie folgendes:
Die Priester rufen ein langes Fest für die Götter aus, zu dem alle großen Wettkämpfer, die auch allesamt die größten Krieger waren, einzuladen sind und währenddessen die Waffen schweigen müssen. Die Männer kommen nach Hause, legitimieren den Nachwuchs, erholen sich vom Krieg und es gibt jede Menge Spass.
Die Priester waren erst nicht gerade begeistert, aber nachdem die Frauen gedroht hatten, sie beim Rat wegen Nötigung anzuzeigen und die Männer gegen sie aufzuhetzen, ansonsten aber auf die vielen Opfergaben vor und während des Festes für den Sieg im Wettkampf und auch danach für den Sieg im Krieg verwiesen, gaben die Priester klein bei, begannen das Spektakel vorzubereiten und wussten im übrigen, vier Jahre sind länger als vier Wochen.
Und so ging alles seinen sozialdemokratischen – später sozialistischen – Gang.
Es wurde ein großes, glänzendes Fest. Danach entbrannte der Krieg um so heftiger, bis auf den heutigen Tag.

Aber nun sollte die Zeit gekommen sein, Geschichte endlich einmal anders herum aufzuziehen und wieder sollten es Frauen sein, die das bewerkstelligen – nicht die Quotenfrau mit den sieben Kindern, die hat schon andere Ziele, die anderen Soldatinnen auch nicht.
Die Vielen, die ihre Haut zu Markte tragen, die wären die richtigen. Sie sollten ein politisches Programm für ein Gesellschaftsexperiment auflegen und jedes Mal zusammen mit der Rechnung den Männern präsentieren:
•     Das Neue Fest dauert nicht 4 Wochen, sondern fast 4 Jahre, die eigentliche Olympiade.
•     Die Waffen ruhen, es werden auch keine gehandelt, jedenfalls nicht über Grenzen hinweg.
•     Opfergaben für den Sieg sind tabu, Opfer für die Kriegsopfer sind angemessen zu entrichten.
•     Nach 3 Jahren und 3 x 3 Monaten Frieden sind 8 Wochen Rüstung und militärische Ausbildung erlaubt, Waffenexporte nicht.
•     Wer dann Krieg will, darf 4 Wochen Krieg machen, mit allen Schikanen, irgendwo in der Wüste, wo er keinen größeren Schaden anrichten kann.

Geschichte kann man nicht vorhersehen oder vorhersagen, sie ist offen. Märchen sind Märchen, Träume sind Träume, nicht Schäume.

Aber es gibt Propheten und Prophezeiungen.
Credo, ich glaube, wenn so ein Experiment ein einziges Mal durchgeführt worden ist – es wären nur 4 Jahre -, wird jeder nur einigermaßen denkende Mensch erkennen und für alle Zeit wissen, wie absurd es ist, Waffen herzustellen um Krieg zu führen und wie absurd das ist, was eine bestimmte Sorte Politiker und die mächtigen Finanzhändler uns immer wieder einzureden versuchen.                                                                                       rto.150222

Die Crux – Der Krieg

Friedenmachen lernen aktuell:                                   Steine schleudern?

Die gegenwärtige politische Auseinandersetzung ist prinzipiell und lässt sich in einer einfachen Formel zusammenfassen, die ebenso sinngebend wie unzutreffend ist.
David gegen Goliath

Das demokratische Mandat in dem ökonomisch winzigen Land, wo vor fast 3000 Jahren die Demokratie erfunden wurde, mit aristotelischer Theorie der Ökonomie als Fundament – aber Aristoteles hatte damals mit Demokratie wenig im Sinn –,
gegen
das Mandat der Finanzmärkte, des Geldes, das aus sich heraus vermehrt werden soll, für ein riesiges, global angelegtes Triumvirat (Troika, nun „Institutionen“), dem Netzwerke von Helfershelfern zur Verfügung stehen, deren Umfang und Ressourcen (Think Tanks, Medien, Stiftungen, Elitevereine, Geheimbünde etc.) unser Vorstellungsvermögen übersteigt und die intransparent, sogar im Geheimen agieren, allen voran der vereinte Militärisch Industrielle Komplex (Eisenhower 1962) von USA und Europa (NATO), mit dem Trojanischen Pferd der griechischen Militärs in der Hinterhand, unterstützt von der gesamten staatlich organisierten Kriminalität der Dienste (NSA, BND & Co) und Special Forces, in deren Nachbarschaft und Nachfolge die Schattenwirtschaft von Waffenhandel, Drogen, Rotlicht, Geldverleihern, Schleuserbanden, Fluchthelfern etc. wuchert, deren Schwarzgeldmilliarden zusammen mit den informellen Extraprofiten der Global Player in den Steueroasen weiß gewaschen werden und sich dann weiter pro- und antizyklisch, gepuscht, gehegded und gehebelt auf den formellen Finanzmärkten vermehren, egal ob die Kurse steigen oder fallen. Wachstum ist die Devise, überall gültig und in Geld gemessen.

Der Mythos von David und Goliath war eine königliche Erfindung, das haben Archäologen und Historiker inzwischen belegt. David hätte kaum eine Chance, Krieg kann nicht gewonnen werden, auch nicht mit exotischen Waffen. Wenn erst mal Krieg ist, incl. Finanzkrieg, verlieren heute alle – und es ist Krieg.

Die Idee von einer gerechteren Welt aber ist auch durch die größte Armee nicht aufzuhalten (Victor Hugo 1802-1885). Menschen werden sie durchsetzen, wenn ihre Zeit gekommen ist.
Friedenmachen müssen wir lernen.                                                             rto.150223

Wir sind im Krieg – Auch in Europa

Friedenmachen      aktuell:      Vor 50 Jahren
Der Prediger, den Kenner Sankt Eitel zu nennen pflegen, hatte 1965 Glück, das ist heute Pech für alle Friedliebenden. Die Geschichte wurde jüngst an der Universität erzählt, die dem Mann einen Ehrendoktor verlieh, wogegen sie ihn Edward S. mit einer Begründung verweigert, die auf St. Eitel allemal mehr zutreffen würde.
Die Geschichte geht so:
Magnifizenz (1990-98 Uni Rostock, Bundesverdienstkreuz 1998, Mathematicus, Ost-Vita) sinnierte kürzlich in einer öffentlichen Würdigung zum 90. Geburtstag von Ordinarius theolog. historic. (1965-70 Dekan, Prodekan Uni Rostock, 1989 emeritiert) über einen fast verkrachten Studenten, im Osten waren damals mehrere zusätzliche Semester durchaus ungewöhnlich, dem dieser integre Hochschullehrer, Wissenschaftler und für die DDR-Oberen unbequeme Kirchenmann anno 1965 am Ende doch noch zum Abschluss seines 7jährigen Studiums verholfen hatte. Wer könnte der Student gewesen sein?
„ …
Seine Leistungen als Lehrer sind unübersehbar, werden sie doch allein schon durch die große Zahl von Schülerinnen und Schülern belegt, die sich dankbar seiner erinnern und zum Teil heute hier anwesend sind. Sie sollen auch nicht durch die eine – zumindest in den Augen mancher Zeitgenossen – weniger lobenswerte (aber folgenschwere) Leistung gemindert werden, die ganz am Anfang seiner Rostocker Tätigkeit steht. Immer einmal wieder gab und gibt es ja Schüler, die durch „große Klappe, aber wenig dahinter“ charakterisiert werden müssen. Wenn überhaupt, gelingt ihnen meist nur ein dürftiges Abitur. Und mit einem solchen blieben einem in der DDR der 50er Jahre die gefragtesten Studienrichtungen verschlossen. So auch unserem Kandidaten, der schließlich in der theologischen Fakultät Unterschlupf fand. Durch gute Leistungen konnte er sich freilich auch dort nicht gerade auszeichnen. Dass er nach mehreren Studienverlängerungen (1958-65) schließlich doch noch zu einer Examensarbeit und zu einem Abschluss kam, verdankt er einem frisch an die Fakultät berufenen Dozenten der Kirchengeschichte (der übrigens prompt wegen seiner nicht ganz legalen Hilfe Ärger mit der universitären Obrigkeit bekam). Dem Kandidaten aber öffnete sich durch den erfolgreichen Studienabschluss – und seine Fähigkeit, wohltönend über die Freiheit und andere ihm wichtig scheinende Dinge zu reden – nach 1990 außerhalb der Theologie ein rational kaum nachvollziehbarer Weg durch diverse Funktionen bis in hohe Ämter der Republik. …“
http://www.stadtgespraeche-rostock.de/ No 77 DEZ 2014 S. 29_scan&format rto.141215

Zwecks Behelf als Joker persönliches Zitat des Kandidaten:
„Meine Heimat liebte ich seriös, meinen Westen wie eine Geliebte.“[17]
Ein Verhaltensmuster, das er auf seinem Lebensweg auch in anderer Hinsicht mehrfach praktizierte und praktiziert, wenn man den Biografien einerseits und der YellowPress andererseits glauben darf. Erstaunlich, dass er im konfessionell moralisch-prüden Westen nichtsdestotrotz so gut ankommt. Seine Ost-Kollegen, zumal die aus der Bürgerrechtsbewegung zuzeiten des Umbruchs, sehen dies und anderes durchaus differenziert.

Die Wirklichkeit hat auch etwas mit procedo, lat. sich ereignen, zu tun. Teilende und spaltende Prozesse (Arno Peters 1995) stehen in Widerspruch zueinander und treiben die historische Entwicklung voran.
Auch Spaltpilze haben ihren Platz in der Wirklichkeit der Evolution. Sie vollenden die Kreisläufe des Lebens, bereiten totes Holz, auch andere organische Substanzen auf und liefern zuweilen sogar lebenswichtige Medikamente. Gewinnen sie aber die Oberhand, sterben Jahrhunderte alte lebendige Bäume. Wir sollten stets darauf achten, dass die Balance nicht außer Kontrolle gerät.
Waffengänge, Krieg sind solche Zustände der Imbalance und die laufen regelmäßig für Jahrzehnte aus dem Ruder.
Dann ist es sehr aufwändig, das Gleichgewicht wieder herzustellen. Das erleben wir gerade.
Im Laufe des vergangenen Jahres wurde nach langer medialer Vorbereitung ein Paradigmenwechsel für die Beziehung von Deutschlands Öffentlichkeit zum Krieg eingeläutet und vollzogen. Der Hintergrund ist eine neue Stufe in der Waffentechnologie. Der Krieg der Automaten steht vor der industriellen Realisierung. Die IT-Revolution schuf in 3 Jahrzehnten die Voraussetzungen dafür. Feldversuche seit Afghanistan und den folgenden Auseinandersetzungen waren „erfolgreich“. Die Finanzierung wurde in den USA durch die Genehmigung neuer Kredite oberhalb der Schuldenbremse für die Obama-Administration möglich, die NATO-Staaten werden folgen, China, Russland, Indien u. a. ambitionierte Staaten geraten in Zugzwang. Eine neue Runde des Wettrüstens steht bevor. Die einschlägigen Hollywood-Blockbuster der vergangenen Jahre lassen ahnen, wohin die Reise gehen soll.
Die alten Waffen haben aber noch nicht ausgedient. Am lukrativsten für die Händler des Todes ist es, sie heiß zu entsorgen, in Krisengebieten. Dann kann am „Wiederaufbau“ der zerstörten Regionen verdient werden, wenn wieder „Frieden“ ist. Vorher kommen die Schattenwirtschaften der organisierten Kriminalität noch gut dabei weg, auch die der staatlich organisierten, die outgesourcte „Sicherheits-Industrie“ sowieso. Auch die vorwiegend mit Spenden finanzierte Flüchtlingshilfe ist teilweise keine rein humanitäre Angelegenheit, sondern nicht nur für Lieferanten ein großes Geschäft.

Bei der momentanen Reise der deutschen Kanzlerin über den großen Teich ist wahrscheinlich die Ukraine-Problematik nur der Vordergrund und Medien-Köder. Hinter verschlossenen Türen spielen womöglich die Geheimverhandlungen zu TTIP (USA) und CETA (Kanada) eine ebenso große Rolle. Das ist für die Wallstreet, den Militärisch Industriellen Komplex, der ca. 50% der US-Ingenieurskapazitäten in Anspruch nimmt, man braucht sich nur die letzten SIPRI-Daten zu Gemüte zu führen, und die wieder Fahrt aufnehmende übrige US-Industrie für die kommenden 10 Jahre viel wichtiger, als der Nebenkriegsschauplatz an der russischen Grenze, der aber seine Rolle in der psychologischen Kriegsführung des $ gegen den € und den Rubel hervorragend spielt, wobei der niedrige Eurokurs vielleicht sogar eine Win-Win-Situation für beide Staaten ist. Der US-Markt ohne die Rüstungsgüter lebt vom Import, der durch den starken $ preisgünstiger wird, während bei Waffen die Rüstungskonzerne quasi Monopolisten auf dem Weltmarkt sind und die Preise diktieren. Darüber hinaus wird durch staatliche Militärhilfen an Drittländer außerhalb der NATO quer finanziert.
Für den deutschen Export ist der schwache € auch nicht schlecht.
Verlierer ist der Rubel und das ist wohl auch der Sinn der Sache – im Nebeneffekt Rache für den Yukos-Oligarchen Chodorkowski, seinerzeit der reichste Mann Russland, der durch die Beteiligung der US-Ölkonzerne ExxonMobil und Chevron Texas an Yukos sein Unternehmen zum Standbein des $ im russischen Energiemarkt zu machen versuchte – gegen Gazprom, den staatlichen Konzern.
Was dann Putin durch vorsorgliche Amputation verhinderte.
Haie fressen eben auch mal Haie, wenn es darauf ankommt.
Chodorkowski war 2003 – 2013 in russischer Haft bzw. in Lagern. Immerhin konnte er während dieser Zeit rund 6,2 Milliarden Schweizer Franken des Yukos-Konzerns auf fünf Banken in der Schweiz gegen ein Rechtshilfeersuchen Russland verteidigen.
2014 ist er im Ukraine-Konflikt wieder auf Seiten des Abendlandes gegen Russland angetreten.
rto.150210

Märkte können Krieg

Frieden machen lernen    14:                   Wer gegen wen?

Die wahren Gegner in Kriegen sind nicht Staaten, Religionen, Ideologien oder Volksgruppen, Ethnien. Schon gar nicht sind es die Kämpfer, die Soldaten, welche für diese in den Krieg ziehen müssen, es in vielen Fällen sogar scheinbar freiwillig tun. Sie hätten eigentlich überhaupt keinen Grund, sich entgegen dem stärksten Tabu von Gemeinschaften „Du sollst nicht töten!“ gegenseitig umzubringen.
Vielmehr sind es offenbar kleine Machteliten, die das größte Interesse an bewaffneten Auseinandersetzungen haben und diese minutiös organisiert anzetteln, weil sie sich Vorteile davon versprechen, ein Mehr an Macht, hauptsächlich aber einen finanziellen Vorteil.
Dafür steht ihnen ein traditionelles Regelwerk in Form von völkerrechtlichen Vereinbarungen, nationalen Verfassungen und Gesetzen, anderen ordnungspolitischen Werkzeugen sowie das gesamte Sammelsurium von Jahrtausende alten menschlichen Verhaltensweisen und -mustern zur Verfügung, mit denen sie die Straße zum Krieg pflastern können, sodass den übrigen Beteiligten nicht viel anderes übrig bleibt als in diese Richtung zu marschieren oder zu fahren. Der Motor ist Geld und geldwerter Vorteil. Die wirksamsten Werkzeuge dafür in der Moderne sind Medien.

Heute nehmen die Interessenten überwiegend aus sich selbst heraus erzeugtes Geld in die Hand, wenn sie ihre Interessen befördern wollen. Dieses mit der Geldmaschinerie der Finanzindustrie hergestellte virtuelle Geld hat sich seit der rasanten Entwicklung der Informationstechnologie (IT) exponentiell vermehrt, übertrifft das gesamte Geldvolumen der Realwirtschaft um Größenordnungen und hat infolge des bestehenden Regelwerkes einen unbändigen Bewegungsdrang, der im Bestreben seiner Besitzer besteht, es unablässig weiter aus sich heraus zu vermehren.
Dazu nötigen sie den Staat, auch viel Geld in die Hand zu nehmen.
Für „Wachstum“ und noch mehr für „Sicherheit“ nehmen momentan die Staaten das meiste Geld neu die Hand, während sie bei Gemeinschaftsaufgaben, Sozialsystemen, Zukunftsvorsorge etc. eher zurückhaltend sind, wenn sie unter Hinweis auf den hohen Schuldenstand nicht sogar reduzieren, „sparen“.
Noch ein wichtiges Detail: Das mit Geld erzeugte virtuelle Geld liefert kaum Steuern an den Staat. Wenn aber der Staat Geld in die Hand nimmt, kann das nur Steuergeld sein, es sei denn, es sind Kredite. Dann bringt ´s per se erst mal den Geldbesitzern Zinsen und trägt zur Geldvermehrung durch die gewinnorientierte Finanzindustrie bei.

Wie hoch sind die Zinsen bei Staatsschulden und wer kassiert sie?

Aber auch das Geld für „Sicherheit“ und „Wachstum“ nützt dem Gemeinwesen von Ottilie Normalverbraucher nur bedingt, wenn überhaupt. Am meisten profitiert wiederum die Finanzindustrie. (https://de.wikipedia.org/wiki/BlackRock ; https://de.wikipedia.org/wiki/Academi )

Wenn die Karawane der Weltgeschichte erst einmal in diese Richtung auf den Weg gebracht ist, fällt es schwer, sie aufzuhalten. Ab und zu muss sie zwar eine Rast einlegen, zwischendurch wird es Oasen geben, in denen ein längerer Aufenthalt möglich ist (ist so eine Zeit wirklich Frieden, wenn der Krieg woanders stattfindet?). Aber die Wüste des Krieges ist weit und jenseits gibt es neues Handelsgut als Traglast für die Kamele. Die Karawane macht sich erneut auf den Weg durch die Wüste, zurück, hin, zurück …
Die Kameltreiber können es nicht ändern, sie müssen ihr Brot verdienen.
Die reichen Händler des Todes kennen andere Wege, fliegen mit dem Privatjet oder denen des Staates und seiner Dienste. Sie nehmen das Ganze als Sport, wer am meisten verdient, hat gewonnen und darf den Preis bei der feindlichen Übernahme nennen und höhere Preise nehmen. Manche nehmen sogar den Friedensnobelpreis.
Damit es weiter Spaß macht, werden die Regeln ein klein wenig geändert und man legt beiläufig den Termin für das nächste große Spiel fest, wie gehabt.
Anno 2015 erleben wir das gerade wieder einmal hautnah und es ist mehr als unangenehm, es ist unanständig, widerlich.
Kriegsgetöse als Mediengetrommel seit einem Jahr, die stärkste Wirtschaftsmacht Europas erfüllt ihre Pflichten als Kriegsmacht nicht, trotz Versprechen des Staatspräsidenten und der Kriegsministerin auf der Regelkonferenz in München vor einem Jahr, trotz heißem Kriegsgeplänkel an der NATO-Ostgrenze und Angst machenden, medienwirksamen Gräueln in den Kriegswüsten des Morgenlandes, gewachsen in den zwei Jahrzehnten nach Ende des kalten Krieges, der in heiße Kriege mündete: Irak, Afghanistan, wieder Irak, Gaza, Gaza, Gaza, Tunesien, Libyen, Ägypten, Syrien und wieder Irak, nun Ukraine usw., usw. … , „Krieg gegen den Terror“ global, Weltkrieg.
Wie in der Finanzindustrie wirken falsche politische Weichenstellungen noch Jahrzehnte nach und allfällige Korrekturen werden immer wieder durch die Macht des Faktischen – alternativlos –, durch Sachzwänge konterkariert, solange die Prämissen nicht grundsätzlich und grundlegend geändert sind. Da können Krieg führende Regierungen auch mal ganz locker ohne Konsequenzen über eine Tobin-Steuer nachdenken und palavern, was solange nur bei ATTAC ein Thema war.

Prämissen auf drei Problemfeldern müssen geändert werden (Eugen Drewermann 2008):
–     Frieden
–     Arbeit
–     Geld, Eigentum

Es geht heute nicht mehr nur darum, wer mehr Demonstranten auf die Straße bringt, wer mehr Unterschriften für Petitionen vorweisen kann. Es geht um geänderte oder neue Regeln, die die Macht und die Privilegien von Menschen begrenzen, die ihnen von Geld verliehen werden. Methodisch können da Pilotprojekte von und für Mitglieder der Zivilgesellschaft helfen, die Frieden erproben und praktizieren lernen. Das könnte zugleich ein Mittel sein, die Jugendarbeitslosigkeit der EU-Südländer und der Schwellenländer global in den Griff zubekommen.
Es geht um eine Neuordnung von Gemeinschaft und Arbeitsteilung.

Das Drehen an einzelnen Stellschrauben einer auf Gewinnmaximierung programmierten Gesellschaft, in der „Wachstum“ allein mit dem relativen, manipulierbaren Maßstab Geld gemessen wird, wo ausschließlich die Finanzmärkte in der Medienwahrnehmung als Indikator fungieren, reicht wahrscheinlich nicht aus, um eine globalisierte Ökonomie nachhaltig unter ökologischen Prämissen zu organisieren.
Die größte Schwierigkeit der Aufgabe – der Konstruktion eines Zukunftsmodells – , besteht sicherlich darin, die drei Problemfelder zeitgleich und koordiniert in den Transformationsprozess einzubeziehen.
Die o. a. traditionellen Kämpfe auf der Straße sind aller Ehren wert und wahrscheinlich noch lange Zeit notwendig. Sie binden aber auch eine Menge Energie und viel Geld, die an anderer Stelle bitter nötig wären. Der Kampf um die Medien ist eine ambivalente Angelegenheit, ihre Ausrichtung ist von Eigentümern und Besitzern abhängig, denen häufig neben ihren finanziellen Mitteln auch ein sicherer Zugang für die Schalthebel der Macht zur Verfügung steht. Die Friedensbewegung hat viel zu wenig Geld, um sich da „einkaufen“ zu können. Sie sollte sich daher nicht im Kampf gegen Rüstung, Militär und Krieg erschöpfen, sondern vielmehr eine Balance in Bezug auf praktische Arbeit für Frieden herstellen, indem sie Projekte z.B. von gerechter Gemeinwesenarbeit u.a. initiiert, unterstützt und in ihren Medien publiziert, damit sie sich regional untereinander vernetzen können.

Ein Ziel könnte sein zu erreichen, dass man für Geld nicht mehr alles kaufen kann.
Fangen wir mit den Naturressourcen an. In einer globalisierten Welt können sie kein handelbares Eigentum und Quelle von Geld-Reichtum mehr sein. Machen wir sie zu Allmende, schrittweise.
Stellen wir sie – als Fernziel – unter die Verwaltung der Völkerversammlung. Machen wir sie zum Wertanker für die Finanzierung der Vereinten Nationen und reformieren wir diese grundlegend. (http://www.unfor.info/ Dr. Klaus Schlichtmann)
Definieren wir Wohlstand jenseits von Reichtum neu.
Dann hat der Frieden eine Chance.
Menschen können Frieden.                            rto.150120,24,30;0201,02

Tricky Money

Frieden machen lernen    13:                   Geld und sein Wesen

Preis und Wert – Das Wesen von Geld ist seine Funktionalität. Geld täuscht einen Wert vor, hält aber nicht, was es verspricht. Es hat heute kaum mehr eigenen Wert. Aber man kann Dinge von Wert damit kaufen.
Die Täuschung geht von der Zahl aus, die auf Geld steht, auf dem Schein oder der Münze. Eine Zahl ist absolut, mit ihr kann jeder rechnen, einfach rechnen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, dass sie/er gerade Gleichungen ersten Grades mit einer Unbekannten löst. Das wäre ja Mathematik.
Mathe mögen die meisten Menschen nicht. Sie haben daran ungute Erinnerungen aus der Schulzeit. Rechnen können fast alle, 1 und 1 zusammenzählen. Für mehr benötigen heute immer mehr Menschen Taschenrechner oder Mobiltelefone, merkwürdigerweise.
Symbolik – Das Wesentliche von Geld ist das zweite Symbol darauf, das Währungssymbol –, wie €, $ oder andere. Das Symbol macht Geld zur Rechnung in einem Handel und bezeichnet zugleich seinen Preis.
Preise sind relativ, variabel, manipulierbar. Der Preis macht Geld zu einer Ware, macht es handelbar, macht es zum Objekt der Begierde und der Ökonomen, die aber nicht Ökonomie betreiben, sondern Chrematistik (Aristoteles), die Kunst, Reichtum zu erlangen.
Ökonomen und Krämerseelen – in Krämer steckt bei den Deutschen derselbe Wortstamm wie bei den Griechen in Chrematistik – machen Geld zur Religion, zur Glaubenssache. Daher arbeiten die meisten Ökonomen auch nicht in Universitäten und Hochschulen, wie sich das für ordentliche Wissenschaftler gehören würde, sondern in Banken, Versicherungen, anderen großen Unternehmen, auch der Realwirtschaft und in staatlichen Institutionen, die irgend etwas mit Geld zu tun haben.
Es gibt einen alten Witz aus DDR-Zeiten: „Schick zwei Ökonomen in die Wüste. Lange passiert erst mal gar nichts, aber dann … , ganz allmählich wird der Sand knapp.“
Zum Schaden dritter – Im Finanzkapitalismus passiert etwas anderes, das Geld wird mehr. Denn dort mögen Ökonomen Mathe und lieben sie neuerdings geradezu. Sie stellen Mathematiker und andere echte Naturwissenschaftler an und machen sie zu „Quants“, Spezialisten für Chrematistik, die aus Geld immer mehr Geld machen können – die reinen Zauberer. Sie benutzen dafür Wahrscheinlichkeitsrechnung und andere Formen der höheren Mathematik, und sie benutzen Computer, IT.
Sie verleihen den „Gesetzen“ des Marktes Wissenschaftlichkeit durch komplizierte Formeln, einen Anschein von Wissenschaft, einen wissenschaftlichen Anstrich. Aber exakt ist diese Art von Wissenschaft keineswegs, denn die Ziffern in ihren Gleichungen, Statistiken und Grafiken, die sie veröffentlichen, sind keine Zahlen, sind nicht absolut. Sie enthalten alle das zweite, das Währungssymbol. Damit stehen die Ziffern in den Tabellen nicht für sich, sondern sind relativ, sind Variablen. Genau wie die scheinbaren Zahlen auf den Geldscheinen, den Münzen, den Rechnungen, den Kostenvoranschlägen, Steuerbescheiden, der Order an den Börsen, der Eingabe im Computer, wenn sie Geldbeträge symbolisieren.
Alle sind willkürlich beeinflusst und manipulierbar, Regeländerungen sind die Regel, und wer die Möglichkeit und die Macht hat, Regeln zu ändern, kann das zu seinem Vorteil, zum Vorteil seiner Familie, Clique, seines Clans, seiner Geschäftspartner etc. tun. Beständigem Missbrauch sind Tür und Tor geöffnet, bei Geld hört nicht nur die Freundschaft auf, auch von Demokratie kann überhaupt keine Rede sein, solange sich Menschen kaufen und verkaufen lassen – und kaufen lassen sie sich, ein Politiker ist auch nur ein Mensch. Nur der dicke Kanzler war ein Ehrenmann, er hat keinen verraten.
Kollaborateure – Daher sind auch Geisteswissenschaftler hilfreiche Partner der Finanzwirtschaft. Psychologie und Philosophen sind unerlässlich zur Manipulation von Preisen und Kursen, Semantik ist ein erfolgversprechendes Werkzeug zur Steuerung von Konsumverhalten und zu der Kauflust von Kleinanlegern für „Finanzprodukte“.
Wenn Freiheit in erster Linie die Freiheit des Geldes ist, mit der es Grenzen überwindet, um sich zu vermehren resp. um vermehrt zu werden – und wenn arme Menschen viel, viel Geld zahlen, sich verschulden müssen, um solche Freiheit, Grenzen zu überwinden, für sich oft unter Lebensgefahr zu realisieren, damit sie Verfolgung entkommen oder einfach nur ein unerträgliches Leben gegen ein besseres eintauschen wollen -, wenn sie dann abgewiesen, abgedrängt, eingesperrt und kurzerhand wieder abgeschoben werden, auf ihren Schulden sitzen bleiben und den kriminellen Schlepperbanden erneut ausgeliefert werden, wo bleibt da die Gleichheit – von der Brüderlichkeit erst gar nicht zu reden.
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – das waren einmal Maximen, die das alte Europa berühmt gemacht haben. Heute scheinen sie zu Worthülsen und Phrasen verkommen zu sein.
Die gegenwärtige Debatte im neuen Europa ist an Heuchelei nicht mehr zu überbieten und auch das christliche Abendland jenseits der Ozeane macht seinem Namen keine Ehre, nach und nach wird es zappenduster und von nirgendwo kommt ein Lichtlein her.
Wer macht die Preise? – Das ist die Gretchenfrage. Wer manipuliert die Preise? Warum ändern sie sich fortwährend? An der Tankstelle mehrmals am Tag, im Börsencomputer innerhalb von Millisekunden noch während der Kauforder durch den Broker, gesteuert durch von „Quants“ entwickelte Software, durch automatisierte Algorithmen.
Warum fließt Geld wie Wasser am Ende immer dahin, wo schon das meiste ist? In private Taschen weniger.
Die Antworten sind ebenso einfach wie komplex. Die Preise macht der Verkäufer und ein Heer von Helfern wird bezahlt, um sie zu manipulieren. Das Geschäft ist so lukrativ, dass die Kosten für die vielen Helfer sich hundertfach amortisieren. Die Masse der Konsumenten zahlt alles mit ihrer Arbeit. Die Entgelte aber sind ungleich verteilt.
Löhne sind Preise für Arbeit. Gerade wurden sie in Deutschland wieder kräftig manipuliert, Es wird sich schnell herausstellen, wer am meisten davon profitiert. Sicher nicht die Langzeitarbeitslosen und die anderen Verlierer der Agenda 2010.
Alle könnten verlieren – Es gab eine Zeit der ungefähren Balance, da waren die Gewinne der einen in etwa die Verluste der anderen und insgesamt hatten alle etwas von der technologischen Entwicklung. Seit die Finanzwirtschaft dank der Arbeiterverräter der ehemaligen Arbeiterpartei und einer zu Kriegsbefürwortern mutierten Ökopartei die Oberhand über die Realwirtschaft gewonnen hat, kann man sich dessen nicht mehr sicher sein.
In den neuen Krisen können alle nur noch verlieren. Doch es gibt einen eklatanten Unterschied. Einem Milliardär geht es mit 500 Millionen auch noch sehr gut, weil sein Geldvermögen sowieso nur virtuell ist. Eine alleinerziehende Mutter aber kann mit der Hälfte des Einkommens ihre Kinder vielleicht gerade noch ernähren. Was deren Lebenschancen betrifft, wird ihr jedoch weder Gleichberechtigung noch Emanzipation etwas nützen, zum Leben bleibt einfach zu wenig übrig.
Der Absturz eines großen Teils der Wohlsituierten mit Schulden, wie sie für die Mittelschicht heute durchaus üblich sind, in prekäre Verhältnisse wäre genauso programmiert.
Wir müssen endlich beginnen, neue Regeln für Geld, Arbeit, Eigentum und Natur-Ressourcen auszuprobieren. So, vielleicht nur so könnte Frieden werden, Gerechtigkeit wird etwas länger dauern.                                  rto.150106